Diese Website verwendet Cookies. Warum wir Cookies einsetzen und wie Sie diese deaktivieren können, erfahren Sie unter Datenschutz.
Zum Hauptinhalt springen

Kornelia Wehlan vor Ort - Wahlkampf-Tour im Landkreis

Kornelia Wehlan tourte über Land und machte in zahlreichen Orten Station

In Baruth/Mark
Thema: Weg Zesch-Egsdorf
Treffen im Wald
In Wünsdorf unterwegs
Im Gespräch beim "Lilienbund"
Gesprächsrunde zur Seenprivatisierung
Auf dem Boden-Geo-Lehrpfad

Am Samstag besuchte Landratskandidatin Kornelia Wehlan kreisliche Projekte und Vorhaben in den Gemeinden Baruth/Mark, Zossen und Am Mellensee.

  • Schloss Baruth/Mark

Erste Station war das Schloss in Baruth/Mark: Der vor einem Jahr durch einen Brand stark in Mitleidenschaft gezogene einst sanierte klassizistische Anbau des Neuen Schlosses wird derzeit durch die Untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises Teltow-Fläming gesichert. Die Kosten hierfür betragen rund 82.000 Euro. Ein Notdach soll weiteren Schaden verhindern. Durch den Brand wurde ein Teil des Daches zerstört und das Gebäudeinnere war Wind und Wetter ausgesetzt. Die Schlossgrundstücke gehörten einer Immobiliengesellschaft aus München, die Pleite gegangen ist und inzwischen mangels Masse aufgelöst wurde. Kornelia Wehlan kritisierte, dass die Auflösung der Gesellschaft durch das Amtsgericht München vollzogen wurde, obwohl mit dem Schloss ja noch Vermögen vorhanden ist. Da aber das Schloss nun herrenlos im Grundbuch steht, muss die öffentliche Hand das kulturelle Erbe sichern.

Die Baruther Stadtverordneten Jörg Stubbe und Michael Ebell verwiesen auf die Anstrengungen der Stadt Baruth/M. zur Sanierung des Frauenhauses. Hierfür mussten andere wichtige Projekte zurückgestellt werden. Nunmehr haben Projekte wie das sanierungsbedürftige Sportgebäude auf dem Sportplatz des SV Fichte Vorrang.

  • Touristischer Verbindungsweg Zesch–Egsdorf

Zweite Station der Besuchsreise war der Verbindungsweg Zesch–Egsdorf. Dieser sollte als touristischer Verbindungsweg durch die Landkreise Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald ausgebaut werden. Leider ist dieses Vorhaben vorerst geplatzt. Fördermittel wurden vom Vogelsängerministerium (MIL) abgelehnt. Eine erneute Beantragung ist erst im Jahr 2014 möglich.

Problematisch wird dann jedoch die Frage des Eigenanteils sein. Der Eigenanteil des Kreises Teltow-Fläming soll 280.000 Euro betragen. Die Haushaltslage ist jedoch problematisch. Auch der Fördermittelantrag des Landkreises Dahme-Spreewald für den Straßenanteil des Nachbarlandkreises wurde abgelehnt. Im Nachbarlandkreis wurde das Geld für den Eigenanteil mit einer Haushaltssperre unterzogen, sollte der Weg nicht 2013 gebaut werden.
Kornelia Wehlan erinnerte daran, dass es auch kreisliche Ursachen gibt, dass die Straße nach Egsdorf bislang nicht gebaut werden konnte. Schuld daran seien Projekte aus wirtschaftlich guten Jahren wie der vierstreifige Ausbau der B 101 mit 24 Millionen Euro oder das Kreishaus-Leasing mit 3,3 Millionen Euro jährlich. Mittel für den touristische Verbindungsweg sollen mit Beginn der neuen Förderperiode beantragt werden.
Auch der Verein „Am Mühlenfließ“ e.V. hatte sich in den vergangenen Monaten u. a. mit der Übergabe von 1.500 Unterschriften für den Verbindungsweg von Zesch nach Egsdorf eingesetzt. Mit dem geplanten Ausbau des touristischen Verbindungsweges von Zesch am See nach Egsdorf sollen die Voraussetzungen für eine stärkere Belebung des Tourismus im Raum Wünsdorf-Zossen-Zesch-Teupitz geschaffen werden. Von dem touristischen Potential der Region konnte sich Kornelia Wehlan vor Ort ein Bild machen.

  • Bücher- und Bunkerstadt Wünsdorf

In Wünsdorf besuchte sie die 1998 gegründete Bücher- und Bunkerstadt. Tausende Bücherschätze aus Gegenwart und Vergangenheit laden zum Stöbern und Kaufen ein. Besuchermagnet sind jedoch nach wie vor die Bunkeranlagen Maybach und Zeppelin. Hans-Albert Hoffmann und Werner Borchert von der Bücherstadt-Tourismus GmbH informierten darüber, dass jährlich etwa 20.000 Besucher nach Wünsdorf kommen, um die Angebote des Waldstadttreffs, des Museums Roter Stern, des Garnisonsmuseums oder der Bunkertouren bzw. die Standortrundfahrten durch die "Verbotene Stadt" zu nutzen.

  • Neue Galerie Wünsdorf

Der Landkreis Teltow-Fläming betreibt in der Bücher- und Bunkerstadt die Neue Galerie. Als freiwillige Aufgabe stand deren Schließung bereits zur Debatte. Der Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport des Kreistages Teltow-Fläming hatte allerdings 2011 beschlossen, dass die Neue Galerie vorerst nicht geschlossen wird. Viele Künstler der Region wehren sich nach wie vor gegen die Streichung von Finanzmitteln gerade im Kultursektor. Kornelia Wehlan besichtigte die derzeit laufende Ausstellung „SICHTBAR MACHEN“ mit Werken von Gerhard Göschel, die noch bis zum 26. Mai 2013 zu sehen ist.

Die Landratskandidatin setzt sich dafür ein, dass es nicht zu einer Streichorgie bei den freiwilligen Leistungen kommen wird. Vielmehr müssen Synergieeffekte zur Kostenmilderung genutzt werden. Der Zugang zu Bildung, Kultur und Mobilität muss gesichert werden, unabhängig vom Geldbeutel. In der Neuen Galerie konnten 2012 mit dem Einzug des Fontane-Kabinetts bereits die Mietkosten gesenkt werden. Besonders beeindruckt zeigte sich Kornelia Wehlan von der Zusammenarbeit zwischen Galerie und dem Hort der Grundschule Wünsdorf. Auch die Mädchen und Jungen des Wünsdorfer Hortes wären von der Schließung betroffen. Schließlich zählen sie zu den regelmäßigen Nutzern der Einrichtung, die sich in der Galerie mit der Kunst beschäftigen.

  • Museum des Teltow in Wünsdorf

Das im Herbst 1994 in der ehemaligen Dorfschule in Wünsdorf neu entstandene Museum des Teltow befasst sich in seiner Sammlungs-, Forschungs- und Ausstellungstätigkeit vorrangig mit Geschichte und Naturkunde des nördlichen Teils des Landkreises Teltow-Fläming. Museumsleiter Silvio Fischer erläuterte den Besuchern die Aufgaben und Aktivitäten des Museums. Es erforscht und schildert anschaulich den seit Jahrhunderten bestehenden Einfluss der Metropole auf ihr südliches Umland – vor allem in den Bereichen Handwerk und Gewerbe, Industrie, Entstehung und Entwicklung von Großsiedlungen, Verkehrswesen und Militär. Damit geht das Betätigungsfeld des Museums inhaltlich weit über den Ort Wünsdorf hinaus.

Kornelia Wehlan zeigte sich sehr interessiert an der Geschichte des Kreises Teltow und konnte in der Dauerausstellung feststellen, dass es in der langen Geschichte noch keine Landrätin gab und es nunmehr Zeit für eine Frau an der Spitze des Kreises sei. Neben den ständigen Ausstellungen „Streiflichter aus der Geschichte der Teltowlandschaft“ und „Lernort Natur“ präsentiert das Museum wechselnde Sonderausstellungen, Veranstaltungen, Vorträge und Führungen. Auch das Heimatjahrbuch des Landkreises wird im Museum redigiert.

  • LSG Wierachteiche-Zossener Heide

Mitten in der Natur traf sich Kornelia Wehlan mit Vertretern der Bürgerinitiative Freier Wald. Treffpunkt war allerdings eine Kahlschlagfläche im Wald zwischen Wünsdorf und Töpchin. Bei den Kahlschlagflächen handelt es sich nach derzeitigem Kenntnisstand um ordnungsgemäße Forstwirtschaft. Ziel des Waldbesitzers ist eine Wiederaufforstung. Diese fünf Flächen liegen auch nicht im vom Landkreis geplanten Landschaftsschutzgebiet „Wierachteiche–Zossener Heide“. Dennoch gibt es die durchaus nachvollziehbare Befürchtung der BI, dass hier Vorbereitungen für den Bau von Windkraftanlagen stattfinden. Kornelia Wehlan will diese Diskussion zum Anlass nehmen, um die Frage zu stellen, ob Kahlschlagflächen bis zwei Hektar Größe weiterhin genehmigungsfrei bleiben sollen. Die eng beieinander liegenden Kahlschläge verändern das Erscheinungsbild des Waldes gravierend. Es ist auch nicht auszuschließen, dass damit Fledermausquartiere bzw. Brutreviere zerstört wurden.

Diskutiert wurde darüber hinaus über den Beschluss des Kreistages Teltow-Fläming vom 27.03.2013. Auch die Stimme der Landratskandidatin trug dazu bei, dass das beabsichtigte Landschaftsschutzgebiet (LSG) „Wierachteiche–Zossener Heide" einstweilig gesichert wird. Damit soll gewährleistet werden, dass während der derzeit laufenden naturschutzfachlichen Untersuchungen und während des anschließenden Schutzgebietsverfahrens keine Veränderungen in dem Gebiet vorgenommen werden, die den Schutzgegenstand nachteilig verändern können.
Die BI hatte sich mit Kaffee und Kuchen auch liebevoll um die kulinarische Versorgung gekümmert – dafür nochmals vielen Dank.

  • Bahnquerung Dabendorf–Kreisstraße K 7234

Der Landkreis Teltow-Fläming ist auch Straßenbaulastträger. Zu den Kreisstraßen gehört u. a. die Verbindungsstraße von Glienick nach Dabendorf (Goethestraße), zugleich eine der schönsten Alleen der Region. Die 2,3 km lange Straße wird von etwa 200 alten Platanen gesäumt.
Im Jahre 2004 wurde die Straße grundhaft erneuert, ein Radweg gebaut und eine Querungshilfe am Ortsausgang Dabendorf errichtet.

Im Bereich der Goethestraße in Dabendorf steht der Landkreis vor der Aufgabe, sich zur künftigen Bahnquerungsvariante zu positionieren. Jörg Wanke von der Bürgerinitiative für eine innerörtliche Bahnquerung informierte Kornelia Wehlan über die Ergebnisse der Bürgerbefragung in Dabendorf. Bei der 2011 erfolgten Befragung konnten sich die Bürger zwischen der geplanten Nordumfahrung und der innerörtlichen Bahnquerung entscheiden. Die Mehrheit der Dabendorfer sprach sich bei einer Wahlbeteiligung von ca. 80 % für die innerörtliche Bahnquerung aus. Ziel ist es, eine gemeinsame Bahnquerung für die in städtischer Trägerschaft befindliche Brandenburger Straße und für die Goethestraße zu schaffen.

  • Förderverein Brauchtumspflege „Lilienbund“ Dabendorf

Auf dem Gelände der Pferdepension „Horse & Friends“ in Dabendorf besuchte Kornelia Wehlan den Förderverein Brauchtumspflege „Lilienbund“. Kerstin Weischner stellte den Hof und die vielfältigen Angebote vor. Der Lilienbund hat es sich zur Aufgabe gemacht, altes Brauchtum Interessierten näher zu bringen. Viele Angebote richten sich an Kinder aller sozialer Schichten wie auch an behinderte und nicht behinderte Kinder. Hierzu gibt es verschiedene Kooperationen. Die Arbeit mit Pferden ist hierbei von zentraler Bedeutung. Kornelia Wehlan konnte mit wertvollen Hinweisen zu Fördermöglichkeiten den Verein beraten.

Hauptthema war jedoch die Kündigung eines Pachtvertrages durch die Stadt Zossen. Kurz vor Ostern wurde dem Verein eine Kündigung eines Pachtvertrages für eine Pferdekoppel durch die Stadt Zossen zugestellt. Die Bürgermeisterin Michaela Schreiber begründete die Kündigung mit dem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung zum Neubau der Gesamtschule Dabendorf.
Carsten Preuß, Stadtverordneter in Zossen, erläuterte, dass der Beschluss zum Schulneubau noch keinen konkreten Standort zum Inhalt hat. Zudem muss ein Baugenehmigungsverfahren durchlaufen werden. Eine dreimonatige Kündigungsfrist, wie im Pachtvertrag festgelegt, würde selbst bei Bedarf an der Fläche, eine Kündigung zum jetzigen Zeitpunkt nicht erforderlich machen. Hier muss dringend eine Lösung gefunden werden, wie Sportforum, Gesamtschule und Lilienbund in guter Nachbarschaft das Gelände nutzen können.

  • Seenprivatisierung

Vorletzte Station der Besuchsreise war der Fischhof Mellensee. Lange haben Bürger gegen die weitere Privatisierung ehemals volkseigener Seen in Ostdeutschland gekämpft. Darunter auch der Verein pro Mellensee e.V. und der BUND Brandenburg. Nach langwierigen Verhandlungen mit dem Bund durfte das Land Brandenburg 65 märkischen Seen für insgesamt 3,7 Millionen Euro von der bundeseigenen Bodenverwertungs- und Verwaltungsgesellschaft (BVVG) kaufen. Nun muss geklärt werden, was aus den Seen werden soll. Hierüber diskutierten Jochen Gebauer, Dr. Jochen Oehler und Klaus Reinhard vom Verein pro Mellensee e.V. mit Kornelia Wehlan. Sie berichtete über den Stand der Diskussion der interministeriellen Arbeitsgruppe „Seen“, die sich vor einem halben Jahr gebildet hat. 20 Seen sollen dem Naturschutz bzw. der Forst zugeordnet werden. Für die verbleibenden 45 Seen wurde eine kostenfreie kommunale Zuordnung geprüft. Bislang haben nur zwei Kommunen Interesse bekundet. Statt einer kostenfreien Übernahme hatte die Stadt Zossen seinerzeit beispielsweise den Kleinen Zeschsee für 65.000 Euro von der BVVG gekauft.

Der Städte- und Gemeindebund Brandenburg (SGB) hat mit dem Landesanglerverband die Idee einer Stiftung entwickelt. Diese soll die Seen übernehmen. Eine solche Lösung stieß allerdings beim Verein pro Mellensee auf wenig Gegenliebe. Vielmehr plädierten sie dafür, die Seen im Landeseigentum zu belassen. Denn auf der Landesebene sitzen in den Fachbehörden auch die Fachleute, die eine ordnungsgemäße Bewirtschaftung der Seen gewährleisten können.
Kornelia Wehlan verwies auf die Beschlusslage des Landtages aus dem Jahre 2009. Demnach soll eine Übertragung an die ostdeutschen Bundesländer oder an die Kommunen erfolgen. Nach Auffassung der Fraktion DIE LINKE. bedeutet das, wenn die Kommunen die Seen nicht übernehmen wollen, verbleiben die Seen im Landeseigentum. „Eine Übertragung an Dritte ist nicht durch die Beschlusslage des Landtages abgedeckt“, so Wehlan.

  • Boden-Geo-Pfad

Letzte Station war eine touristische Attraktion im Landkreis. Seit Juni 2008 gibt es den Boden-Geo-Pfad in den Sperenberger Gipsbrüchen und Klausdorfer Tongruben. Träger dieses Lehrpfades ist der Landkreis Teltow-Fläming. Er steht für abenteuerliches Wandervergnügen auf engen, naturnahen Pfaden und bietet gleichzeitig tiefgreifende Informationen zur Entstehung und Nutzung der umliegenden, vom Ton- und Gipsabbau geprägten Landschaft. Ganz ohne pädagogischen Zeigefinger und sehr anschaulich inszeniert führt die Tour auf dem 12 km langen Themenweg den Wanderer anhand von Infotafeln in die Materie ein. Finanziert wurde der Lehrpfad mit Fördermitteln.

Kornelia Wehlan zeigte sich überrascht und beeindruckt von dem für Brandenburg untypischen hügeligen Relief und von der Nutzungsgeschichte.

Durch Beschäftigungsmaßnahmen konnte die Unterhaltung des Lehrpfades bislang abgesichert werden. Die letzten Kommunal-Kombi-Maßnahmen für zwei Stellen liefen jedoch im Herbst 2012 aus. Neue Beschäftigungsmaßnahmen sind allerdings derzeit nicht in Sicht. Damit ist die Pflege und Unterhaltung des beliebten Lehrpfades momentan in Frage gestellt.

Carsten Preuß, Zossen