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R. Kosin
Überreste der Zwangsarbeiter*innen-Stätte »Deutschlandhalle«, am Bahnhof Birkengrund in Ludwigsfelde
Das Foto zeigt eine Freifläche mit Baumbewuchs und Bodenvegetation. Auf dem Boden sind Mauerreste erkennbar.

Robert Kosin, Geschäftsführer des Kreisverbandes

Zwangsarbeit gedenken Erinnern heißt Verantwortung übernehmen

Ludwigsfelde trägt ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte in sich.

Zwischen 1936 und 1945 wurden auf dem Gelände des damaligen Daimler-Benz-Flugzeugmotoren- werks Zigtausende Kriegsgefangene, zivile Zwangsarbeiter*innen aus ganz Europa sowie KZ-Häft- linge zur Arbeit gezwungen. Unter unmenschlichen Bedingungen produzierten sie für die Rüstungsindustrie des NS-Regimes. 1944 stellten Ausländer*innen bis zu 70 Prozent der Belegschaft – viele von ihnen entrechtet und ausgebeutet.

Trotz dieser historischen Bedeutung ist die Erinnerung an die Zwangsarbeit in Ludwigsfelde bis heute kaum sichtbar. Ehemalige Lagerstandorte, Arbeitsorte und Begräbnisstätten sind im Stadtbild weitgehend unsichtbar.

Eine würdige, dauerhafte Form des Gedenkens fehlt bislang. Genau hier setzt der Arbeitskreis Zwangsarbeit gedenken an. Auf der Website https://zwangsarbeit-ludwigsfelde.de/ werden die Geschichte der Zwangsarbeit in Ludwigsfelde dokumentiert, bekannte Lagerstandorte kartiert und Perspektiven für eine zeitgemäße Erinnerungskultur aufgezeigt.

Ziel ist es, die Opfer sichtbar zu machen und die Verantwortung der Stadtgeschichte anzuerkennen.

In den vergangenen Jahren fanden bereits Gedenkveranstaltungen, Vorträge, Filmvorführungen und Rundgänge statt, die Wege und Lebensbedingungen der Zwangsarbeiter*innen nachzeichneten.

Diese Initiativen zeigen, wie notwendig eine breitere öffentliche Auseinandersetzung ist. Für uns als Linke in Teltow-Fläming ist das Gedenken nicht nur eine historische Pflicht, sondern ein politisches und gesellschaftliches Anliegen: Erinnerung schafft Bewusstsein.

Unsere Arbeit gegen Ausbeutung, Rassismus und rechte Ideologien ist verbunden mit dem Bemühen, dass die Schicksale der Zwangsarbeiter*innen nicht in Vergessenheit geraten, sondern Teil einer demokratischen Erinnerungskultur werden, die Lehren für Gegenwart und Zukunft zieht.

Deshalb unterstützen wir Initiativen wie den Arbeitskreis Zwangsarbeit gedenken. Wir fordern die Stadt Ludwigsfelde auf, dauerhafte, öffentlich sichtbare Erinnerungsorte zu schaffen, die Geschichte der Zwangsarbeit aufzuarbeiten und die noch bestehenden authentischen Orte zu sichern – bevor sie unwiederbringlich verloren gehen.

Erinnerung an Zwangsarbeit bedeutet Würdigung der Opfer und zugleich ein starkes Signal gegen das Wiedererstarken rechter Kräfte und gegen das Vergessen der Verbrechen des Nationalsozialismus.


Parteimitglied werden kann man hier.

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