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Stefan Escher | agentur one / Stefan Escher | agentur one
Felix Thier im Gespräch

Tobias Lübbert

Nachgefragt: Felix Thier, Vorsitzender der LINKEN in Teltow-Fläming

Felix, du bist seit 2008 in der Partei DIE LINKE. Was hat dich damals motiviert einzutreten und was motiviert dich heute als ihr Kreisvorsitzender?

Es war der logische nächste Schritt. Quasi aufgewachsen mit der Partei bin ich durch das Elternhaus. Daher war ich seit Anbeginn schon Sympathisant. Aber ich wurde nie gedrängt, einzutreten. Es war eine bewusste Entscheidung und Wahl des Zeitpunktes. Seit 2007 war ich auf allen Bundesparteitagen dabei, erlebte die Gründung der LINKEN live. Dieses Aufbruchsgefühl, die Euphorie nahm ich mit und trat im Jahr darauf ein.

Motivation für den Kreisvorsitz ziehe ich aus dem Pflichtgefühl, den an mich übergebenen Kreisverband am Laufen zu halten. Genoss*innen haben diese Partei aufgebaut, den Kopf für sie hingehalten, viel einstecken müssen und ebenso Erfolge gefeiert. Und wiederum gilt es die Transformation, eine Partei ist schließlich ständig im Wandel, da sie sich der gesellschaftlichen Entwicklung und dem Fortschritt anzupassen hat, zu begleiten und zu gestalten. Das wird nie langweilig – höchstens ab und an fordernd. Denn das kommunalpolitische passiert ja im Ehrenamt und in der Freizeit.

Wie schwer ist es, sich als junger Politiker durchzusetzen?

Ich habe das nie als Altersproblem wahrgenommen. Es war und ist vielmehr eine Frage des Auftretens. Stoße ich anderen vor den Kopf, bin ich argumentativ überzeugend, kann ich andere begeistern und mitnehmen? Und natürlich muss ich auch die eigenen Reihen überzeugen können. Es wird nicht per se meine Idee unterstützt, nur weil sie von mir als Mitglied der LINKEN kommt. Überzeugen beginnt immer im eigenen Lager. Das gilt übrigens für alle in der LINKEN. Wenn ich nicht mal das schaffe, wie will ich dann bei den anderen Parteien überzeugen? Da ist Kompromissbereitschaft und Diplomatie wichtig. Und trotzdem muss der Kern, in meinem Fall der linke, erkennbar bleiben.

2009 bist du ins Kreisparlament eingezogen und dort seit 2019 als Vorsitzender unserer Fraktion tätig. Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit der LINKEN Landrätin? Welche Projekte konnten in den letzten Jahren umgesetzt werden?

Die Zusammenarbeit ist exzellent, ich habe einen sehr kurzen Draht zur Landrätin. Das ist eine gewachsene Verbindung. Konni Wehlan kenne ich seit Jahrzehnten. Da ist immenses Vertrauen vorhanden. Und doch sprechen wir auch Klartext, wenn nötig.

Gut ist, dass die Landrätin auch die Perspektive einer Parteiführung kennt, sie war ja meine Amtsvorgängerin. Denn ab und an müssen Partei bzw. Fraktion weiter in ihren Forderungen stehen, als es das aktuell Machbare aus Sicht der Verwaltung hergibt. Aber diese Rollenverteilung bekommen wir beide hin.

Ich bin dankbar, dass ich von Konni einen gut bestellten Kreisverband übernehmen konnte.

Zu den Projekten gibt es viele. Ein immer noch nachwirkendes war die Entscheidung zum Kauf des Kreishauses. Raus aus dem von den politischen Mehrheiten des Landrats-Amtsvorgängers verantworteten Leasingvertrag, der den Haushalt des Landkreises aufzufressen drohte. Diese Entscheidung hat Teltow-Fläming (TF) die Handlungsfähigkeit gesichert.

Ebenso nenne ich die kontinuierliche Senkung der Kreisumlage. Das hat alle Städte und Gemeinden in TF entlastet und verschafft ihnen Raum für Investitionen. Was so den Bürgerinnen und Bürgern zugutekommt.

Nennen möchte ich noch mehr als verdreifachte Gelder in Millionenhöhe für den ÖPNV, Stichwort neue Rufbus-Linien. Die Schulen des Landkreises wurden und werden saniert, es gibt einen Bürger*innenbus als Infomobil für die ländlichen Regionen, die Wirtschaftsförderungsgesellschaft hat sich weiterentwickelt und wirkt enorm für den Landkreis.

Nachhaltigkeitsmaßnahmen und Klimaschutz sind verstärkt im Fokus. Der Rettungsdienst in TF ist in kommunaler Hand und nicht privatisiert, das Krankenhaus in Luckenwalde konnte als Standort erhalten werden, die Fläming-Skate ist saniert.

In Erinnerung habe ich auch noch den Kampf Teltow-Flämings um seine Eigenständigkeit, als die SPD-geführte Landesregierung Landkreise und kreisfreie Städte zwangsfusionieren wollte. TF sagte unter der LINKENLandrätin nein. Und am Ende wurde die Fusion bzw. Reform abgesagt.

Teltow-Fläming ist sehr divers. Vom dicht besiedelten Speckgürtel bis zur 500 Seelengemeinde ist alles dabei. Wie will DIE LINKE hier für alle Menschen da sein?

Wir wollen es nicht sein, wir sind es. Unsere Mandatsragenden im besagten Speckgürtel haben ihren Fokus auf ihre Region, unsere Leute im Süden dann darauf. Und trotzdem wissen die Einen von den Anderen. Nicht zuletzt deswegen, weil wir in unserer Kreistagsfraktion alle Regionen vertreten haben und hier die Erkenntnisse zusammenlaufen. Das ist mir wichtig. Wenn der Norden nach zusätzlichen Bus-Verbindungen ruft, weil dort so viele Leute wohnen, ist das berechtigt. Wir wollen schließlich ÖPNV für alle. Aber im Süden geht es darum, bisweilen erst einmal eine Buslinie zu haben/halten. Das haben wir als LINKE im Blick: für alle Menschen und l(i)ebenswerte Regionen.

Was würdest du Menschen raten, die mit der aktuellen Situation in Kreis, Land und Bund nicht zufrieden sind?

Es ist ein Mantra und begleitet mich seit Jahren: Nicht nur meckern, sondern einbringen und verändern! Einzelinteressen sind gut, da gründe ich z. B. eine Bürgerinitiative oder einen Verein und kämpfe für ein ganz konkretes Ziel.

Das ist aber einzigartig. Das große Ganze gestalte ich mit der Politik. Und gerade in der Kommunalpolitik wird das beeinflusst, was ich unmittelbar vor meiner Haustür habe. Museum, Theater, Sportstätten, Jugend- und Senior*innentreffs, Buslinien, Freibäder und Schwimmbäder, Bibliotheken, Rad- und Fußwege, die Ausstattung kommunaler Straßen, der Kindergärten, der Schulen. Wo kommen neue Wohngebiete hin, wo ein Gewerbegebiet, was soll mit den zur Verfügung stehenden Geldern der Kommune passieren?

Lasse ich den oder die Bürgermeister*in alles allein vorschlagen/ ausgestalten oder bringt sich das Kommunalparlament begleitend-konstruktiv mit ein und gilt ggf. als Korrektiv bzw. Verbessernder? Das finde ich reizvoll. Und sicherlich auch viele andere. Wer sich also für das Vorgenannte interessiert und darüber hinaus einen Blick auf Soziales, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit hat, der kann sich gern bei uns melden – im Juni 2024 sind in Brandenburg schließlich wieder Kommunalwahlen!


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