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29. September 2017

Bildung in Brandenburg: Nichts schönreden, aber Verbesserungen anerkennen

Kathrin Dannenberg

Unsere Lehrkräfte leisten an Brandenburger Schulen Enormes. Auf viele Herausforderungen im Schulalltag müssen sie flexibel reagieren. Es ist eben nicht nur das Unterrichten von 25 bzw. 26 Wochenstunden, oft kommen Vertretungsstunden, die Betreuung von ReferendarInnen und SeiteneinsteigerInnen hinzu. Der Umgang mit äußerst heterogenen Lerngruppen bedeuten differenziertere Unterrichtsvorbereitung und längere Korrekturzeiten. Ganz abgesehen von Klassenleitertätigkeiten, Zusammenarbeit mit den Eltern, Fachkonferenzarbeit, Schulentwicklung und Fortbildungen sind sie auch diejenigen, die für die Integration von geflüchteten Kindern und Jugendlichen viel Arbeit wegtragen. Hinzu kommt der große Fachkräftebedarf an Schulen, besonders in den ländlichen Gegenden. Es ist keine Seltenheit fachfremd zu unterrichten. All das tun sie mit großem Engagement und Herzblut. Wir wissen, wie schwierig es oftmals ist, den Schulalltag zu meistern und wie oft sie bis an die Grenzen ihrer Kräfte gehen. Dafür gebührt ihnen unser Dank, Respekt und Würdigung.

Gute Arbeitsbedingungen sollten daher eine Selbstverständlichkeit sein. In den letzten Jahren hat die rot-rote Koalition einiges unternommen, um eben diese zu verbessern. Noch nie gab es so einen Aufwuchs an Lehrerstellen – seit 2009 bauen wir kein Personal ab, sondern auf, wir stellen mehr Lehrkräfte ein als in Rente gehen. Die Stellen für Referendare wurden fast verdoppelt. Jeder Referendar bekommt die Möglichkeit im Land Brandenburg Lehrer zu werden. Leider stehen wir in großem Wettbewerb mit den anderen Bundesländern. Alle suchen Fachkräfte. Für dieses Schuljahr konnten wir im Wesentlichen die Schulen mit Lehrkräften versorgen, dabei haben wir auch auf SeiteneinsteigerInnen zurückgegriffen. Sie versuchen sich sehr engagiert dem Unterricht zu stellen.

DIE LINKE hat schon frühzeitig ein SeiteneinsteigerInnen-Programm gefordert. Im letzten Quartal 2017 muss die Landesregierung ein entsprechendes Konzept vorlegen. Vor der Sommerpause hat der Landtag eine enorme Lohnerhöhung für ca. 6.000 Lehrkräfte ermöglicht, die an den Oberschulen und Gesamtschulen und zum Teil an den Grundschulen unterrichten. Sie verdienen nun genauso viel wie die Lehrkräfte an den Gymnasien. Auch die SchulleiterInnen an den Grundschulen erhalten mehr Geld.

Nun braucht es dringend einen nächsten Schritt. An den Grundschulen arbeiten viele Lehrkräfte, die nicht von dieser Lohnerhöhung partizipieren konnten – aus den unterschiedlichsten Gründen. Das Beamtenrecht ist eben nicht so einfach. Viele Briefe von enttäuschten GrundschullehrerInnen, die sich nicht gewürdigt und wertgeschätzt fühlen, haben uns erreicht. Das können wir verstehen. Deshalb muss nun die Landesregierung in den kommenden Gesprächen mit den Gewerkschaften einen Stufenplan verhandeln, der schrittweise zu einer angemessenen und gerechten Besoldung und Vergütung der Lehrkräfte besonders an den Grundschulen führt. 

Kathrin Dannenberg, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Landtag Brandenburg

Entschließungsantrag

Videomitschnitt aus der Debatte