Herr Steinhausen, das ist unseriös und peinlich
Zum Artikel „Anträge und Aufträge bleiben oft liegen“ in der Märkischen Allgemeinen Zeitung vom 21. Dezember 2016 erklärt Felix Thier, Kreisvorsitzender der LINKEN Teltow-Fläming und Mitglied des Kreistages:
Herr Steinhausen, das ist unseriös und peinlich
Aus einer zehnseitigen Antwort der Landrätin zum Krankenstand der Kreisverwaltung, den Gründen und Möglichkeiten des Gegensteuerns ein Fazit zu ziehen wie Herr Steinhausen nach „die Führungskräfte sind’s“ ist unseriös und peinlich. Ebenso die Erwartung an die Landrätin, dass sie ihr Personal so qualifiziert, „dass zumindest das Führungsverhalten als Ursache auszuschließen ist“.
Letztendlich geringschätzt es die Leistungen der Mitarbeiter und Führungskräfte und wird nicht annähernd den wirklichen Problemen, wie hohe Arbeitsverdichtung, neue Aufgabenübertragung, Fallzahlensteigerungen, Langzeiterkrankungen und dem nun schon seit Jahren anhaltenden Schuldenabbaudruck gerecht. Letzterer wirkt einer Personalplanung, die sich das ganze Jahr über am Bedarf und einer zeitnahen Abarbeitung der Aufgaben misst, deutlich entgegen.
Insofern ist es nicht hoch genug zu würdigen, dass der Landkreis 2017 aus den Schulden ist und sich damit zukünftig bessere Möglichkeiten ergeben, beispielsweise über ein betriebliches Gesundheitsmanagement, den Erfordernissen einer älter werdenden Belegschaft besser gerecht zu werden. Personalentwicklung ist nicht nur ein Tagesgeschäft, sondern braucht einen langen Atem.
Warum Herr Steinhausen die Kulisse „Führungsprobleme“ aufbaut wird beim Thema Krankenstand im Landratsbereich deutlich. Hier kritisiert er, dass dieser mehr als 20 Krankentage pro Mitarbeiter ausweise.
Aber, lesen, Herr Steinhausen und die Verwaltung fragen. Nicht politisch mundgerecht feststellen! In der Antwort steht, dass von 342 Krankentagen im engen Landratsbereich 252 aus Langzeiterkrankungen resultieren. Ein Problem dem sich auch andere Bereiche der Verwaltung stellen müssen, wie aus der Antwort hervorgeht. Berücksichtigt man die Langzeiterkrankungen im Landratsbereich nicht, entsteht ein Mittelwert von sechs Krankentagen je Mitarbeiter! Im Übrigen sind die Stabstellen im Landratsbereich Personal, Kommunalaufsicht und Rechnungsprüfungsamt die mit den geringsten Krankentagen.
