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Herdenschutz ist Wolfsschutz

In Reaktion auf die Ausführungen von Danny Eichelbaum in der MAZ vom 28.11.2015, "Zwölf Wolfsattacken", erklärt Felix Thier als Kreistagsmitglied im Ausschuss für Landwirtschaft und Umwelt:

Nur mit einem effektiven und vorsorglichen Herdenschutz wird der Wolf in unserer Gesellschaft Akzeptanz finden. Der Herdenschutz ist ein Dreh und Angelpunkt. Naturschutz und weidetierhaltende Betriebe haben beim Umgang mit dem Wolf ein gemeinsames Interesse: Verletzungen oder gar den Tod von Nutztieren zu verhindern. Das ist die Grundlage für eine gute Zusammenarbeit, die vor allem dort funktioniert, wo der Wolf schon jahrelang siedelt beziehungsweise wo man sich auf eine Wiederbesiedlung gut vorbereitet hat, beispielsweise bei uns in Brandenburg oder Sachsen.

Wölfe sind Opportunisten, sie wägen Aufwand und Nutzen sowie eigene Gefahr ab. Übergriffe auf geschützte Weidetiere sind sehr selten und beruhen oft auf gelerntem Verhalten durch ungeschützte Weiden. Die berufliche Tierhaltung hat unterdessen mit (noch nicht ausreichender) öffentlicher Unterstützung vor allem in wolfserfahrenen Regionen den Herdenschutz meist an die Anforderungen angepasst und wertvolle Erfahrungen gesammelt.

Probleme gibt es in Gebieten ohne ausreichenden Herdenschutz. Wenn der Wolf auf den Weiden leichte Beute findet, wird er sie nutzen und das Verhalten auch an seine Welpen weitergeben. Ich plädiere deshalb für einen flächendeckenden Herdenschutz, also auch bei Hobbyhaltungen und auch in Wolfserwartungsregionen. Durch wolfssichere Zäunung, aber auch durch Herdenschutzhunde.

Es müssen dringend bundesweite Standards entwickelt werden. Beim Herdenschutz, bei Monitoring, Schadensfeststellung, notwendige Unterstützungsmaßnahmen sowie bei der Aufklärungs- und Öffentlichkeitarbeit. Das ist nur auf Bundesebene möglich, der Wolf stoppt nicht an der Landesgrenze Brandenburgs. Vielleicht sollte Herr Eichelbaum daher mit seinen Forderungen einmal den Kontakt zu seinen Parteifreunden in der Bundesregierung aufnehmen.