Deutsche Bahn muss mehr Verantwortung übernehmen
Zur Anhörung des Ausschusses für Infrastruktur und Landesplanung zum Erhalt und zur Sanierung von Brandenburger Bahnhöfen, erklärt die verkehrspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Landtag Brandenburg, Anita Tack:
Trotz guter Beispiele in Brandenburg sind viele Bahnhofsgebäude in einem bedauernswerten Zustand. Von Funktionalität und Service keine Spur. Die Deutsche Bahn AG hat in den vergangenen Jahren hunderte Bahnhöfe veräußert, wird dies auch weiter tun - bis auf 14 Stationen, die im DB-Eigentum bleiben sollen, weil sie sich offenbar „rechnen“.
Diese Herangehensweise kritisiert Anita Tack: "Denn Brandenburgs Bahnhöfe sind weit mehr als nur Immobilien, um Verkaufsgewinne zu erzielen. Sie sind Zeugnisse der Baukultur mehrerer Generationen, vielerorts wichtige Gebäude zur Stadtgestaltung und Kommunikationspunkte für den öffentlichen Verkehr zur Stärkung nachhaltiger Mobilität. Dies steht aber offenbar nicht im Focus der DB AG. Stattdessen bürdet die Bahn den Kommunen und Vereinen Lasten auf, die sie selbst nicht bereit ist, zu leisten."
Die Experten der Anhörung erwarten von der Bahn:
- keine Immobilienversteigerungen, sondern strukturelle Hilfen zum Erhalt von Bahnhofsgebäuden für betroffene Kommunen,
- eine Senkung von Stations- und Trassenpreisen, um so Stationen und Takte zu sichern und
- Unterstützung bei der Reaktivierung von Serviceleistungen in Bahnhöfen.
Gleichzeitig wird von der Landesregierung erwartet, dass sie die Belange der Bahnhöfe und der damit verbundenen Nutzungsausstattung gemeinsam mit einem fachmännischen Beirat koordiniert. Außerdem sollte es eine kompetente Beratung für „neue Eigentümer“ von Bahnhöfen geben. Die Linksfraktion unterstützt diese Vorschläge.
