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Jesco Denzel
Anke Domscheit-Berg vor dem Reichstagsgebäude in Berlin

Anke Domscheit-Berg, Mitglied des Deutschen Bundestages

Ukraine-Hilfe ist auch ein Mandatsauftrag

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine hat mich sehr erschüttert. Ich wuchs auf mit den Geschichten meiner Eltern von Krieg und Flucht, die sie beide als Kinder erlebten. Meine Mutter wurde in einem Ort geboren, der heute Tarutyne heißt und in der Ukraine liegt, ihren Borschtsch und den Schwarzmeer-Kartoffelsalat mit roter Beete habe ich geliebt. Nun ist dort, wo meine Vorfahren begraben liegen, Krieg.

Eine Woche nach Kriegsausbruch kamen die ersten fünf Geflüchteten aus der Ukraine auch in Fürstenberg/ Havel an. Seitdem wohnen bei uns unter dem Dach zwei Frauen und ihre drei Kinder im Alter von drei bis 14 Jahren. Inzwischen haben in unserem kleinen Ort schon über 70 ukrainische Geflüchtete, mehr als die Hälfte minderjährig, eine private Unterkunft gefunden. Der Verstehbahnhof, eine offene Werkstatt als Bildungsort, den mein Mann und ich mit anderen Aktiven vor einigen Jahren im Bahnhofsgebäude aufgebaut hatten, wurde zum Zentrum der Hilfsinitiative für Geflüchtete. Dort finden Informationsveranstaltungen und online Deutschkurse statt, die vom Goethe-Institut in Kiew online auf die große Leinwand im Verstehbahnhof übertragen werden. Von dort erhielten alle Geflüchteten mit entsprechendem Bedarf Laptops.

In unserem Keller-Rechenzentrum laufen nun Cloud-Dienste für die Organisation der Initiative, aber auch das Videokonferenzsystem für unsere wöchentlichen Meetings.

Beim Solidaritätsmarkt in Fürstenberg konnte ich wegen meiner Corona- Erkrankung nicht dabei sein, aber die von mir in den ukrainischen Nationalfarben (blaugelb) gehäkelten Einkaufsnetze wurden dort verkauft, um Spenden für die Geflüchteten in unserem Ort zu sammeln.

Mit meinem Mann half ich anderen gemeinnützigen Organisationen dabei, die Plattform www.unterkunft-ukraine.de aufzubauen, um es Freiwilligen leichter zu machen, verfügbaren Wohnraum anzubieten. Mehr als 300.000 Betten wurden damit schon erfasst, wobei die größte Herausforderung das Zusammenbringen von Angebot und Nachfrage bleibt, denn personenbezogene Daten müssen geschützt bleiben und die Vermittlung muss sicher sein und nicht weibliche Geflüchtete und Kinder neuen Gefahren aussetzen. Hier braucht es auch Verwaltungen, die mit Zugriff auf die Daten in ihrem Postleitzahlenbereich die Vermittlungen unterstützen, in Kooperation mit der Zivilgesellschaft.

Ich bringe mich gern und zur Zeit fast täglich in die Ukraine-Hilfe ein, das ist für mich gerade die bestmögliche Wahlkreisarbeit. Meine alten Russischkenntnisse sind dabei sehr hilfreich. Wir können die Bomben aus Russland nicht aufhalten, aber wir können denen helfen, die vor ihnen fliehen müssen: mit Unterkunft, Deutsch-üben, Kinderbetreuung, Begleitung zu Ämtern oder Ärzt*innen, mit der Organisation von Fahrrädern, dem Sammeln, Sortieren und Ausgeben von Sachspenden, aber auch mit Stadtführungen, Soli-Märkten, mit Trost, einer Tasse Tee und einem offenen Ohr – es gibt unendlich viele Möglichkeiten und jede*r kann irgendetwas beitragen. Ich erlebe eine großartige Solidarität in unserer Stadt. Neue Netzwerke zwischen engagierten Menschen entstehen, die das Leben hier sicher nachhaltig verändern werden. Der eigene Vorteil tritt in den Hintergrund und das Menschliche, das »Für einander Dasein« ist wieder wichtiger.

Das sollten wir uns auch für Friedenszeiten bewahren.


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Thema Corona-Virus

Alle Informationen und Hinweise rund um das Thema Corona-Virus finden Sie, fortlaufend aktualisiert, in einem Dossier auf den Seiten des Landkreises.

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Anke Domscheit-Berg, Mitglied des Deutschen Bundestages

Ukraine-Hilfe ist auch ein Mandatsauftrag

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine hat mich sehr erschüttert. Ich wuchs auf mit den Geschichten meiner Eltern von Krieg und Flucht, die sie beide als Kinder erlebten. Meine Mutter wurde in einem Ort geboren, der heute Tarutyne heißt und in der Ukraine liegt, ihren Borschtsch und den Schwarzmeer-Kartoffelsalat mit roter Beete habe ich geliebt. Nun ist dort, wo meine Vorfahren begraben liegen, Krieg.

Eine Woche nach Kriegsausbruch kamen die ersten fünf Geflüchteten aus der Ukraine auch in Fürstenberg/ Havel an. Seitdem wohnen bei uns unter dem Dach zwei Frauen und ihre drei Kinder im Alter von drei bis 14 Jahren. Inzwischen haben in unserem kleinen Ort schon über 70 ukrainische Geflüchtete, mehr als die Hälfte minderjährig, eine private Unterkunft gefunden. Der Verstehbahnhof, eine offene Werkstatt als Bildungsort, den mein Mann und ich mit anderen Aktiven vor einigen Jahren im Bahnhofsgebäude aufgebaut hatten, wurde zum Zentrum der Hilfsinitiative für Geflüchtete. Dort finden Informationsveranstaltungen und online Deutschkurse statt, die vom Goethe-Institut in Kiew online auf die große Leinwand im Verstehbahnhof übertragen werden. Von dort erhielten alle Geflüchteten mit entsprechendem Bedarf Laptops.

In unserem Keller-Rechenzentrum laufen nun Cloud-Dienste für die Organisation der Initiative, aber auch das Videokonferenzsystem für unsere wöchentlichen Meetings.

Beim Solidaritätsmarkt in Fürstenberg konnte ich wegen meiner Corona- Erkrankung nicht dabei sein, aber die von mir in den ukrainischen Nationalfarben (blaugelb) gehäkelten Einkaufsnetze wurden dort verkauft, um Spenden für die Geflüchteten in unserem Ort zu sammeln.

Mit meinem Mann half ich anderen gemeinnützigen Organisationen dabei, die Plattform www.unterkunft-ukraine.de aufzubauen, um es Freiwilligen leichter zu machen, verfügbaren Wohnraum anzubieten. Mehr als 300.000 Betten wurden damit schon erfasst, wobei die größte Herausforderung das Zusammenbringen von Angebot und Nachfrage bleibt, denn personenbezogene Daten müssen geschützt bleiben und die Vermittlung muss sicher sein und nicht weibliche Geflüchtete und Kinder neuen Gefahren aussetzen. Hier braucht es auch Verwaltungen, die mit Zugriff auf die Daten in ihrem Postleitzahlenbereich die Vermittlungen unterstützen, in Kooperation mit der Zivilgesellschaft.

Ich bringe mich gern und zur Zeit fast täglich in die Ukraine-Hilfe ein, das ist für mich gerade die bestmögliche Wahlkreisarbeit. Meine alten Russischkenntnisse sind dabei sehr hilfreich. Wir können die Bomben aus Russland nicht aufhalten, aber wir können denen helfen, die vor ihnen fliehen müssen: mit Unterkunft, Deutsch-üben, Kinderbetreuung, Begleitung zu Ämtern oder Ärzt*innen, mit der Organisation von Fahrrädern, dem Sammeln, Sortieren und Ausgeben von Sachspenden, aber auch mit Stadtführungen, Soli-Märkten, mit Trost, einer Tasse Tee und einem offenen Ohr – es gibt unendlich viele Möglichkeiten und jede*r kann irgendetwas beitragen. Ich erlebe eine großartige Solidarität in unserer Stadt. Neue Netzwerke zwischen engagierten Menschen entstehen, die das Leben hier sicher nachhaltig verändern werden. Der eigene Vorteil tritt in den Hintergrund und das Menschliche, das »Für einander Dasein« ist wieder wichtiger.

Das sollten wir uns auch für Friedenszeiten bewahren.

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