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Johannes Klemt
Doreen Schulze
Das Foto zeigt Doreen Schulze.

Doreen Schulze, Mitglied der Gemeindevertretung Am Mellensee, Fraktion SPD / Die Linke

Solarpark Saalow/Gadsdorf: Energiewende ja, aber nicht um jeden Preis

Die Diskussion um den geplanten Solarpark zwischen Saalow und Gadsdorf in der Gemeinde Am Mellensee hat deutlich gemacht, dass die Energiewende nur dann erfolgreich sein kann, wenn sie gemeinsam mit den Menschen vor Ort gestaltet wird.

Genau daran hat es im bisherigen Verfahren aus Sicht vieler zeitweise gefehlt. In den Sitzungen des Ortsbeirates wurde deutlich, dass Saalow nicht bereit ist, allein eine derart große Fläche für ein Projekt bereitzustellen, das Auswirkungen auf die gesamte Gemeinde hat. Die ursprünglich geplante Fläche von rund 210 Hektar – das entspricht etwa 294 Fußballfeldern – hätte das Orts- und Landschaftsbild erheblich verändert. Gerade diese Größenordnung hat viele Menschen im Ort bewegt.

Entsprechend groß war das Interesse: Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger besuchten die Sitzungen und brachten ihre Sorgen und Einwände vor. Besonders deutlich wurde die Kritik auch durch den Eigentümer der historischen Mühle. Als denkmalgeschütztes Bauwerk prägt sie das Ortsbild und ist ein wichtiger Teil der Geschichte Saalows. Viele sehen es kritisch, einen großflächigen Solarpark unmittelbar im Umfeld eines solchen Denkmals zu errichten.

Für Die Linke ist klar: Die Energiewende braucht Akzeptanz. Wer auf dem Land lebt, identifiziert sich mit seinem Dorf, seiner Landschaft und seiner Geschichte. Diese Verbundenheit darf nicht als Fortschrittsfeindlichkeit abgetan werden. Die Menschen wollen ihre Heimat mitgestalten und erwarten zu Recht, dass ihre Anliegen ernst genommen werden.

Ebenso sehen wir kritisch, dass immer mehr landwirtschaftliche Flächen für Photovoltaik vorgesehen werden. Landwirtschaftliche Betriebe stehen wirtschaftlich unter Druck. Dennoch darf die Verpachtung oder Umwandlung von Ackerflächen in Solarparks nicht zur dauerhaften oder bevorzugten Lösung werden. Unsere landwirtschaftlichen Flächen dienen der regionalen Lebensmittelproduktion und sind eine wertvolle Ressource. Die Energiewende darf nicht dazu führen, dass fruchtbare Böden nach und nach aus der landwirtschaftlichen Nutzung verschwinden. Vorrang sollten dort, wo es möglich ist, Dächer, Konversionsflächen sowie bereits versiegelte oder anderweitig vorbelastete Flächen haben.

Im weiteren Verlauf zeigte sich, dass der Vorhabenträger nur begrenzt zu Kompromissen bereit war. Schließlich setzte die Gemeindevertretung (GV) mit einem Änderungsantrag eine deutliche Reduzierung der vorgesehenen Fläche durch. Damit wurde der ursprüngliche Umfang des Projekts erheblich verkleinert.

Positiv hervorzuheben ist jedoch der demokratische Prozess innerhalb der Gemeinde. Zwischen den Ortsbeiräten, dem Bauausschuss und der GV fand ein intensiver Austausch statt. Die Diskussionen waren sachlich, unterschiedliche Positionen wurden angehört und letztlich in die Entscheidungsfindung einbezogen. Dieses Zusammenspiel der kommunalen Gremien zeigt, dass Bürgerbeteiligung und kommunale Demokratie funktionieren können, wenn Argumente ernst genommen werden.

Der Bürgermeister verweist vor allem auf die dringend benötigten Einnahmen für die finanziell angespannte Gemeinde. Zusätzliche Einnahmen können zweifellos wichtig sein. Dennoch darf die finanzielle Situation einer Kommune nicht dazu führen, dass berechtigte Bedenken der Bevölkerung oder der Schutz des Ortsbildes in den Hintergrund geraten.

Aus Sicht der Linken muss eine nachhaltige Entwicklung sowohl ökologische als auch soziale und kulturelle Interessen berücksichtigen. Wir stehen zur Energiewende. Doch sie darf nicht gegen die Menschen vor Ort durchgesetzt werden. Große Anlagen müssen maßvoll geplant, transparent diskutiert und gemeinsam mit den betroffenen Ortsteilen entwickelt werden.

Ebenso braucht es eine faire Verteilung der Lasten innerhalb der Gemeinde und eine stärkere Nutzung bereits versiegelter Flächen, wo dies möglich ist.

Die finanzielle Handlungsfähigkeit einer Kommune darf zudem nicht allein von immer neuen Großprojekten abhängen. Eine solide Haushaltsführung und eine langfristige kommunale Entwicklungsstrategie sind ebenso notwendig wie die Erschließung neuer Einnahmequellen.

Die Zukunft unserer Gemeinde entscheidet sich nicht allein an der Größe eines Solarparks, sondern daran, ob politische Entscheidungen transparent, ausgewogen und im Interesse aller getroffen werden.

Energiewende und der Schutz unserer Dörfer sind kein Widerspruch. Beides gehört zusammen. Deshalb braucht es Projekte mit Augenmaß, die die Interessen der Gemeinde, der Landwirtschaft, des Denkmalschutzes und der Menschen vor Ort gleichermaßen berücksichtigen.


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