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Wildkatze (Foto: C. Preuß)

Carsten Preuß MdL

Landtag und Kommune - Abgeordneter Carsten Preuß berichtet

Das Thema Wald stand in den letzten Tagen und Wochen immer wieder im Fokus. Mit dem Thema beschäftigte sich auch die Fraktion DIE LINKE. im Landtag Brandenburg. „Wie weiter mit der Forstwirtschaft?“, das war die zentrale Fragestellung des jüngsten Dienstagsgesprächs, zu dem die Fraktion und die Rosa-Luxemburg-Stiftung in den Landtag eingeladen hatte.

Wie der Waldumbau praktisch funktionieren kann, davon konnte ich mir vor Ort im Wald von Hartmut Harnack bei Nettgendorf ein Bild machen. Vor zehn Jahren begann der heute Mittsechziger aus Überzeugung mit dem Umbau des Waldes in Richtung Mischwald. Damit ist er unter den Brandenburger Waldbesitzern immer noch die Ausnahme. Von den 1,1 Millionen Hektar Wald in Brandenburg befinden sich zwei Drittel in Privateigentum. Den überwiegenden Teil davon besitzen Kleinstwaldeigentümer. Insgesamt beläuft sich die Zahl der Waldbesitzer in Brandenburg auf nahezu Einhunderttausend.

Die Hauptbaumart ist mit 72% die Kiefer. Im Süden unseres Landes dürfte der Anteil noch viel größer sein. Die Eigentumsverteilung ist sogleich eine der Ursachen für den so schleppend vorankommenden Waldumbau. Durchschnittlich besitzt jeder Waldeigentümer etwa drei bis vier Hektar Wald. Das bedeutet, dass ein Großteil der Eigentümer kein eigenes Jagdrevier besitzt und damit kaum Einfluss auf den Wildbesatz in ihrem Wald hat.

Der Erfolg des Waldumbaus bei Hartmut Harnack war nur möglich durch einen Wildschutzzaun, der pro Meter etwa fünf Euro kostet. Damit wird deutlich, dass ein natürlicher Waldumbau auf Basis von Wildschutzzäunen flächendeckend nicht finanzierbar ist. Deshalb muss das Ziel sein, den Wildbesatz so zu regulieren, dass der natürliche Waldumbau möglich wird. Der Waldumbau ist eine Vorsorgemaßnahme für den in Brandenburg so wichtigen Brandschutz. Das hat das vergangene Jahr besonders verdeutlicht.

Wichtig ist der Waldumbau auch, um die Gefahr von Schädlingskalamitäten deutlich zu minimieren. Ein Laubanteil von 10% hätte wahrscheinlich die Ausbreitung des Kiefernschädlings Nonne verhindert und damit den Einsatz des Breitbandinsektizits „Karate Forst“ unnötig gemacht.

Wald ist auch Lebensraum für zahlreiche und manchmal auch seltene Tiere. Im weitläufigen Wald der Kummersdorfer Heide gab es kürzlich eine besondere Entdeckung. Hier konnte erstmals eine Europäische Wildkatze im Land Brandenburg nachgewiesen werden. Für den Wildkatzenschutz in Deutschland ist dieser Fund von herausragender Bedeutung. Das Tier, dass bereits 2018 gefunden wurde, lag überfahren an einer Landstraße. Da der Verdacht bestand, dass es sich um eine Wildkatze handeln könnte, wurden Proben vom Fell und vom Blut der Katze genommen. Im Ergebnis konnte jetzt zweifelsfrei bestätigt werden, dass es sich tatsächlich um die Europäische Wildkatze "Felis silvestris silvestris" handelt. Die gefundene Wildkatze war grau-braun-getigert und hatte grüne Augen.

Die Wiederausbreitung der Wildkatze in Deutschland ist ein großer Erfolg für den Artenschutz und ein ermutigender Ansporn in Zeiten des allgemeinen Artenschwundes. Viele Jahre ließ die Rückkehr der Wildkatzen nach Brandenburg auf sich warten. Nun ist zu hoffen, dass weitere Tiere in der Region nachgewiesen werden. Die Umgebung rund um den Wildkatzenfund bietet mit zwei großen FFH-Schutzgebieten auf einer ehemals militärischen Liegenschaft optimale Lebensräume für die vorsichtigen Jäger. In dem naturnahen, durchmischten Wald, unterbrochen von offenen Bereichen mit Büschen, finden Wildkatzen gute Jagdmöglichkeiten und Verstecke.


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Wildkatze (Foto: C. Preuß)

Carsten Preuß MdL

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Das Thema Wald stand in den letzten Tagen und Wochen immer wieder im Fokus. Mit dem Thema beschäftigte sich auch die Fraktion DIE LINKE. im Landtag Brandenburg. „Wie weiter mit der Forstwirtschaft?“, das war die zentrale Fragestellung des jüngsten Dienstagsgesprächs, zu dem die Fraktion und die Rosa-Luxemburg-Stiftung in den Landtag eingeladen hatte.

Wie der Waldumbau praktisch funktionieren kann, davon konnte ich mir vor Ort im Wald von Hartmut Harnack bei Nettgendorf ein Bild machen. Vor zehn Jahren begann der heute Mittsechziger aus Überzeugung mit dem Umbau des Waldes in Richtung Mischwald. Damit ist er unter den Brandenburger Waldbesitzern immer noch die Ausnahme. Von den 1,1 Millionen Hektar Wald in Brandenburg befinden sich zwei Drittel in Privateigentum. Den überwiegenden Teil davon besitzen Kleinstwaldeigentümer. Insgesamt beläuft sich die Zahl der Waldbesitzer in Brandenburg auf nahezu Einhunderttausend.

Die Hauptbaumart ist mit 72% die Kiefer. Im Süden unseres Landes dürfte der Anteil noch viel größer sein. Die Eigentumsverteilung ist sogleich eine der Ursachen für den so schleppend vorankommenden Waldumbau. Durchschnittlich besitzt jeder Waldeigentümer etwa drei bis vier Hektar Wald. Das bedeutet, dass ein Großteil der Eigentümer kein eigenes Jagdrevier besitzt und damit kaum Einfluss auf den Wildbesatz in ihrem Wald hat.

Der Erfolg des Waldumbaus bei Hartmut Harnack war nur möglich durch einen Wildschutzzaun, der pro Meter etwa fünf Euro kostet. Damit wird deutlich, dass ein natürlicher Waldumbau auf Basis von Wildschutzzäunen flächendeckend nicht finanzierbar ist. Deshalb muss das Ziel sein, den Wildbesatz so zu regulieren, dass der natürliche Waldumbau möglich wird. Der Waldumbau ist eine Vorsorgemaßnahme für den in Brandenburg so wichtigen Brandschutz. Das hat das vergangene Jahr besonders verdeutlicht.

Wichtig ist der Waldumbau auch, um die Gefahr von Schädlingskalamitäten deutlich zu minimieren. Ein Laubanteil von 10% hätte wahrscheinlich die Ausbreitung des Kiefernschädlings Nonne verhindert und damit den Einsatz des Breitbandinsektizits „Karate Forst“ unnötig gemacht.

Wald ist auch Lebensraum für zahlreiche und manchmal auch seltene Tiere. Im weitläufigen Wald der Kummersdorfer Heide gab es kürzlich eine besondere Entdeckung. Hier konnte erstmals eine Europäische Wildkatze im Land Brandenburg nachgewiesen werden. Für den Wildkatzenschutz in Deutschland ist dieser Fund von herausragender Bedeutung. Das Tier, dass bereits 2018 gefunden wurde, lag überfahren an einer Landstraße. Da der Verdacht bestand, dass es sich um eine Wildkatze handeln könnte, wurden Proben vom Fell und vom Blut der Katze genommen. Im Ergebnis konnte jetzt zweifelsfrei bestätigt werden, dass es sich tatsächlich um die Europäische Wildkatze "Felis silvestris silvestris" handelt. Die gefundene Wildkatze war grau-braun-getigert und hatte grüne Augen.

Die Wiederausbreitung der Wildkatze in Deutschland ist ein großer Erfolg für den Artenschutz und ein ermutigender Ansporn in Zeiten des allgemeinen Artenschwundes. Viele Jahre ließ die Rückkehr der Wildkatzen nach Brandenburg auf sich warten. Nun ist zu hoffen, dass weitere Tiere in der Region nachgewiesen werden. Die Umgebung rund um den Wildkatzenfund bietet mit zwei großen FFH-Schutzgebieten auf einer ehemals militärischen Liegenschaft optimale Lebensräume für die vorsichtigen Jäger. In dem naturnahen, durchmischten Wald, unterbrochen von offenen Bereichen mit Büschen, finden Wildkatzen gute Jagdmöglichkeiten und Verstecke.

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