Jugendhilfeausschuss Teltow-Fläming: Es gibt viel zu tun
Überforderte Beamt*innen, ausgebrannte Eltern und überlastete Erzieher*innen: Das soziale System brennt bundesweit. Jahrzehntelange Unterfinanzierung, veraltete Abläufe und hohe bürokratische Hürden setzen dem Ganzen die Krone auf.
Auch in Teltow-Fläming sind die Probleme spürbar. Als neues Mitglied im Jugendhilfeausschuss für unsere Kreistagsfraktion durfte ich auf meiner ersten Sitzung Zeuge einer unglaublich – und völlig zurecht – emotionalen Debatte werden. Es ging um die dringend benötigte Unterstützung in der Eingliederungs- und Jugendhilfe. Eine Initiative betroffener Eltern hatte sich direkt an den Ausschuss gewandt: Man fühle sich vom System vergessen, missverstanden und allein gelassen.
In einem 16-seitigen Brandbrief brachten sie ihre Verzweiflung auf den Punkt. Es hagelte deutliche Kritik am System – insbesondere an den Abläufen im Jugendamt. Unter Tränen schilderten betroffene Mütter und Väter ihre Situation, ihre Überforderung und ihre Wut darüber, dass es teilweise Monate dauert, ehe Anträge überhaupt bearbeitet werden.
Der Jugendhilfeausschuss hat dieses Signal ernst genommen und umgehend für Mitte August eine Sondersitzung einberufen, um den zahlreichen Problemen entschlossen den Kampf anzusagen.
Ich bin dankbar, als Ausschussmitglied Teil dieses Prozesses zu sein. Als Erzieher ist es mir ein persönliches und wichtiges Anliegen, dass diese Eltern und ihre Sorgen endlich Gehör finden. In meiner täglichen Arbeit sehe ich das System leider regelmäßig versagen. Verzweifelte Eltern, überforderte Kinder und ausgebranntes Personal sind längst keine Seltenheit mehr – sie sind bitterer Alltag. Das darf so nicht weitergehen. Mit jedem Monat, den eine Familie auf eine Antwort wartet, geht der kostbarste Faktor im Kampf für chancengerechte Aufwachsbedingungen verloren: Zeit.
Prozesse müssen beschleunigt werden. Das bloße Gerede von einem besseren Morgen löst die drängenden Probleme der Gegenwart nicht. Es muss gehandelt werden – und zwar sofort.
Genau dafür werde ich mich im Ausschuss mit Nachdruck einsetzen. Es braucht JETZT Lösungen, nicht erst in zwei Jahren. Anträge müssen schneller bearbeitet, bürokratische Hürden abgebaut und konkrete Hilfsangebote klar kommuniziert werden, um stark belasteten Familien spürbar unter die Arme zu greifen.
Ich freue mich darauf, an diesen Lösungen gemeinsam mit den anderen demokratischen Kräften im Ausschuss zu arbeiten. Das Sparen auf dem Rücken der nächsten Generation muss aufhören – es ist höchste Zeit für echtes Umdenken und konkretes Handeln.
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