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DIE LINKE. Rostock
Auf dem Weg zum nächsten Gespräch

Eva-Maria Kröger

Haustürgespräche: Klingeln hilft!

Ehrlich gesagt, war ich mehr als skeptisch. Das kann nur schiefgehen, dachte ich, als man uns hier im Norden ermuntern wollte, an Haustüren zu klingeln. Möglicherweise funktioniert diese Form politischer Aufdringlichkeit im Berliner Kosmos, aber doch nicht in Mecklenburg-Vorpommern! Abstand halten? Kein Problem. Machen wir sowieso. Und? Wie geht es Dir? Jo. Was macht die Arbeit? Naja. Und die Kinder? Alles gut. – Danke für die Unterhaltung. Nun, ich lag falsch. Aufgeregt und mit dem Gefühl im Bauch, ich wäre wieder neun Jahre jung und auf dem besten Wege, einen Klingelstreich zu vollziehen, wagten wir den allerersten Schritt. Unterstützt von Robert Maruschke und Rainer Benecke (An dieser Stelle nochmal herzlichsten Dank für Eure Hilfe!) trauten wir uns und stellten schnell fest: Die meisten Einwohner*innen freuen sich, sind positiv überrascht und haben viel zu sagen. Eigene Sorgen, Probleme im Stadtteil oder die großen Fragen dieser Zeit – immer wieder sprudelte es nur so heraus und ein reges Gespräch entstand problemlos. Wer nicht reden will, schließt einfach die Tür.

Raus aus der Filterblase!

Ganz ehrlich, da erleben wir am Infostand unangenehmere Situationen. Stattdessen war und ist es ein unglaublich gutes Gefühl, fast schon eine Art Euphorie, den Menschen vor Ort so nah zu sein und ohne Infostand-„Schutzzone“ oder Giveaway-„Lockmittel“ miteinander reden zu können. Wir erfahren viele Dinge und können endlich mit Recht unsere Argumente beginnen mit: „Die Leute wollen dies oder das, sie fordern A oder B.“ Unser Profil als Kümmerin erwacht zu neuem Leben. In Vorbereitung auf Wahlen sind solche Gespräche Gold wert. Materialien und Strategien richten sich an echten, eigenen Erfahrungen aus, statt sich an Umfragen, Medienberichten oder Debatten in Gremien entlang zu hangeln. Raus aus der Filterblase! Rein in die Hausflure! Ja, man muss sich überwinden und ja, man ist jederzeit bereit, doch lieber wieder bedruckte Zettel in Briefkästen zu werfen. Diese „Furcht“ ist verständlich, aber unnötig. Ich glaube fest daran, dass Haustürgespräche DAS Mittel sind, um als LINKE durchzudringen, anzukommen und Wahlkreise zu gewinnen. Facebook, Instagram, Pressearbeit – wichtig, wichtig, wichtig. Aber ich weiß jetzt am Ende des Tages genau, wie viele Menschen ich erreicht habe. Jedes gute Gespräch bleibt länger in Erinnerung, wirkt nachhaltiger und verbreitet sich wirkungsvoller als ein Artikel von gestern.

Niemand muss dabei alleine sein

Übrigens, niemand muss dabei alleine sein: Schnappt Euch ein paar Mitstreiter*innen, lasst Euch fit machen (ich komme auch gerne mal bei Euch vorbei) und dann geht es los! Wer meint, Haustürgespräche seien nichts für sie oder ihn, irrt. Ich habe selbst erlebt, wie glücklich Kolleg*innen nach einer Haustür-Aktion waren, die sich zuvor mit Händen und Füßen gewehrt haben. Ab jetzt nerve ich unsere Basis und motiviere immer und immer wieder, loszuziehen. Mir machen die Gespräche großen Spaß und ich fühle mich abends gut. Wie oft fühlt Ihr Euch als politische Aktive gut am Abend? Könnte besser sein, oder? Ich sag mal: Klingeln hilft.

Eva-Maria Kröger ist Vorsitzende der Linksfraktion in der Rostocker Bürgerschaft sowie Abgeordnete im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern. Dieser Text ist als Gastbeitrag dem Online-Magazin der LINKEN entnommen.


DIE LINKE

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Haustürgespräche: Klingeln hilft!

Ehrlich gesagt, war ich mehr als skeptisch. Das kann nur schiefgehen, dachte ich, als man uns hier im Norden ermuntern wollte, an Haustüren zu klingeln. Möglicherweise funktioniert diese Form politischer Aufdringlichkeit im Berliner Kosmos, aber doch nicht in Mecklenburg-Vorpommern! Abstand halten? Kein Problem. Machen wir sowieso. Und? Wie geht es Dir? Jo. Was macht die Arbeit? Naja. Und die Kinder? Alles gut. – Danke für die Unterhaltung. Nun, ich lag falsch. Aufgeregt und mit dem Gefühl im Bauch, ich wäre wieder neun Jahre jung und auf dem besten Wege, einen Klingelstreich zu vollziehen, wagten wir den allerersten Schritt. Unterstützt von Robert Maruschke und Rainer Benecke (An dieser Stelle nochmal herzlichsten Dank für Eure Hilfe!) trauten wir uns und stellten schnell fest: Die meisten Einwohner*innen freuen sich, sind positiv überrascht und haben viel zu sagen. Eigene Sorgen, Probleme im Stadtteil oder die großen Fragen dieser Zeit – immer wieder sprudelte es nur so heraus und ein reges Gespräch entstand problemlos. Wer nicht reden will, schließt einfach die Tür.

Raus aus der Filterblase!

Ganz ehrlich, da erleben wir am Infostand unangenehmere Situationen. Stattdessen war und ist es ein unglaublich gutes Gefühl, fast schon eine Art Euphorie, den Menschen vor Ort so nah zu sein und ohne Infostand-„Schutzzone“ oder Giveaway-„Lockmittel“ miteinander reden zu können. Wir erfahren viele Dinge und können endlich mit Recht unsere Argumente beginnen mit: „Die Leute wollen dies oder das, sie fordern A oder B.“ Unser Profil als Kümmerin erwacht zu neuem Leben. In Vorbereitung auf Wahlen sind solche Gespräche Gold wert. Materialien und Strategien richten sich an echten, eigenen Erfahrungen aus, statt sich an Umfragen, Medienberichten oder Debatten in Gremien entlang zu hangeln. Raus aus der Filterblase! Rein in die Hausflure! Ja, man muss sich überwinden und ja, man ist jederzeit bereit, doch lieber wieder bedruckte Zettel in Briefkästen zu werfen. Diese „Furcht“ ist verständlich, aber unnötig. Ich glaube fest daran, dass Haustürgespräche DAS Mittel sind, um als LINKE durchzudringen, anzukommen und Wahlkreise zu gewinnen. Facebook, Instagram, Pressearbeit – wichtig, wichtig, wichtig. Aber ich weiß jetzt am Ende des Tages genau, wie viele Menschen ich erreicht habe. Jedes gute Gespräch bleibt länger in Erinnerung, wirkt nachhaltiger und verbreitet sich wirkungsvoller als ein Artikel von gestern.

Niemand muss dabei alleine sein

Übrigens, niemand muss dabei alleine sein: Schnappt Euch ein paar Mitstreiter*innen, lasst Euch fit machen (ich komme auch gerne mal bei Euch vorbei) und dann geht es los! Wer meint, Haustürgespräche seien nichts für sie oder ihn, irrt. Ich habe selbst erlebt, wie glücklich Kolleg*innen nach einer Haustür-Aktion waren, die sich zuvor mit Händen und Füßen gewehrt haben. Ab jetzt nerve ich unsere Basis und motiviere immer und immer wieder, loszuziehen. Mir machen die Gespräche großen Spaß und ich fühle mich abends gut. Wie oft fühlt Ihr Euch als politische Aktive gut am Abend? Könnte besser sein, oder? Ich sag mal: Klingeln hilft.

Eva-Maria Kröger ist Vorsitzende der Linksfraktion in der Rostocker Bürgerschaft sowie Abgeordnete im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern. Dieser Text ist als Gastbeitrag dem Online-Magazin der LINKEN entnommen.

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