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Ben Gross
Isabelle Vandré

Isabelle Vandré, Mitglied des Landtages

Arm durchs Studieren

Studierende in Deutschland sind massiv von Armut betroffen. Das Ausmaß ist erschreckend: In Deutschland waren rund 30 Prozent der Studierenden im Jahr 2020 von Armut betroffen, während die Armutsquote der Gesamtbevölkerung bei 16,8 Prozent lag.

Bei Studierenden, die alleine leben, also weder mit den Eltern oder eine*m Partner*in, liegt die Armutsquote sogar bei 79,2 Prozent, wobei 40 Prozent von ihnen »ein Einkommen unterhalb der durchschnittlichen Bedarfsschwelle aufweisen und mithin unterhalb des soziokulturellen Existenzminimums leben«. Das geht aus Zahlen der Forschungsstelle des Paritätischen hervor. Die Studie wurde Mitte Mai unter mit dem Titel »Armut von Studierenden in Deutschland. Aktuelle empirische Befunde zu einer bedarfsorientierten Reform der Berufsausbildung in Deutschland« veröffentlicht.

Auch die wenigen, die Anrecht auf Bafög haben, sind vor Armut nicht geschützt: Rund die Hälfte der Bafög-Beziehenden sind von Armut betroffen. Der Bafög-Höchstsatz reichte 2019 dabei nur mit dem Zuverdienst von 413 Euro monatlich, um über die Armutsschwelle zu kommen. Vor dem Hintergrund, dass BAföG-Beziehende seltener finanzielle Rücklagen oder Unterstützung aus dem Elternhaus bekommen, werden zwei Punkte deutlich: Zum einen deckt das BAföG den Bedarf der Beziehenden nicht ab und wird einer würdigen Ausbildungsförderung nicht gerecht. Zum anderen versetzt es die Studierenden in eine Situation der finanziellen Unsicherheit.

All diese Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2019. Das heißt, dass die Folgen der Corona-Pandemie noch gar nicht abgebildet sind. Die Bedingungen für Studierende haben sich in dieser Zeit deutlich verschärft. Typische Nebenjobs wie zum Beispiel in der Gastronomie sind weggefallen. Zudem hat eine meiner kleinen Anfragen an die Landesregierung aus dem April 2021 ergeben, dass Studierende in der Corona-Pandemie allgemeine Erschöpfung aufzeigen. Auch durch die massiven Preisanstiege bei Lebens- und Nahrungsmitteln dürfte die Gefahr für Studierende in Armut zu rutschen seit der Befragung noch einmal deutlich angestiegen sein. Die Regelsatzanpassungen der letzten Jahre kompensieren nicht einmal die aktuellen Preisanstiege.

Vor dem Hintergrund explodierender Mietpreise und Lebenshaltungskosten braucht es ein BAföG, das sich regelmäßig automatisch an diese Preisentwicklung angleicht. Es muss elternunabhängig und bedarfsgerecht sein und wieder zu einem nicht zurückzuzahlenden Vollzuschuss werden. Denn nur so kann sich an eine Chancengleichheit in der Bildung angenähert werden, sei es in der Ausbildung oder im Studium.


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Studierende in Deutschland sind massiv von Armut betroffen. Das Ausmaß ist erschreckend: In Deutschland waren rund 30 Prozent der Studierenden im Jahr 2020 von Armut betroffen, während die Armutsquote der Gesamtbevölkerung bei 16,8 Prozent lag.

Bei Studierenden, die alleine leben, also weder mit den Eltern oder eine*m Partner*in, liegt die Armutsquote sogar bei 79,2 Prozent, wobei 40 Prozent von ihnen »ein Einkommen unterhalb der durchschnittlichen Bedarfsschwelle aufweisen und mithin unterhalb des soziokulturellen Existenzminimums leben«. Das geht aus Zahlen der Forschungsstelle des Paritätischen hervor. Die Studie wurde Mitte Mai unter mit dem Titel »Armut von Studierenden in Deutschland. Aktuelle empirische Befunde zu einer bedarfsorientierten Reform der Berufsausbildung in Deutschland« veröffentlicht.

Auch die wenigen, die Anrecht auf Bafög haben, sind vor Armut nicht geschützt: Rund die Hälfte der Bafög-Beziehenden sind von Armut betroffen. Der Bafög-Höchstsatz reichte 2019 dabei nur mit dem Zuverdienst von 413 Euro monatlich, um über die Armutsschwelle zu kommen. Vor dem Hintergrund, dass BAföG-Beziehende seltener finanzielle Rücklagen oder Unterstützung aus dem Elternhaus bekommen, werden zwei Punkte deutlich: Zum einen deckt das BAföG den Bedarf der Beziehenden nicht ab und wird einer würdigen Ausbildungsförderung nicht gerecht. Zum anderen versetzt es die Studierenden in eine Situation der finanziellen Unsicherheit.

All diese Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2019. Das heißt, dass die Folgen der Corona-Pandemie noch gar nicht abgebildet sind. Die Bedingungen für Studierende haben sich in dieser Zeit deutlich verschärft. Typische Nebenjobs wie zum Beispiel in der Gastronomie sind weggefallen. Zudem hat eine meiner kleinen Anfragen an die Landesregierung aus dem April 2021 ergeben, dass Studierende in der Corona-Pandemie allgemeine Erschöpfung aufzeigen. Auch durch die massiven Preisanstiege bei Lebens- und Nahrungsmitteln dürfte die Gefahr für Studierende in Armut zu rutschen seit der Befragung noch einmal deutlich angestiegen sein. Die Regelsatzanpassungen der letzten Jahre kompensieren nicht einmal die aktuellen Preisanstiege.

Vor dem Hintergrund explodierender Mietpreise und Lebenshaltungskosten braucht es ein BAföG, das sich regelmäßig automatisch an diese Preisentwicklung angleicht. Es muss elternunabhängig und bedarfsgerecht sein und wieder zu einem nicht zurückzuzahlenden Vollzuschuss werden. Denn nur so kann sich an eine Chancengleichheit in der Bildung angenähert werden, sei es in der Ausbildung oder im Studium.

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