Projekt "Kontrolliertes Brennen"
Unsere Region ist von ehemaligen Truppenübungsplätzen durchzogen, allerorten hat sich die Natur jedoch die Areale zurückerobert und eine üppige Baumvegetation setzt nach und nach ein. Das ist aber auch das Problem: Oftmals sind diese Flächen wertvolle, seltene und damit schutzwürdige offene Heidelandschaften, die es zu erhalten gilt. Nur wie? »Abgrasen« durch Schafe wäre eine Möglichkeit, nur scheitert dies zum einen an der sehr nährstoffarmen Vegetation (Die Schafe wären unterversorgt.) und überhaupt an den nur begrenzt vorhandenen Herden. Eine Mahd ist kostenintensiv und auf den stark munitionsbelasteten Arealen nicht ohne Lebensgefahr realisierbar! Man entschied sich daher vor einigen Jahren für ein neu entwickeltes Pilotprojekt, das »kontrollierte Brennen«.
Dabei wird die Heide mit gepanzerten Fahrzeugen gezielt in Brand gesteckt und anschließend mit ebensolcher Technik wieder gelöscht. Hierfür wurden zwei ehemalige militärische Panzerfahrzeuge umgerüstet, um eine sichere Zündung und Absicherung der kontrollierten Feuer zu gewährleisten. Der erste Panzer, der zum Löschen von Feuer unter Kampfmittebelastung eingesetzt wird, verfügt über elf Tonnen Löschwasser, die von zwei Hochdruck-Löschkanonen ausgebracht werden. Er bietet der Besatzung Schutz vor Splitterwirkung der beim Brennen möglicherweise detonierenden Munition. Die Zündung der Flächen erfolgt aus einem umgebauten Kommandopanzer. Durch ein Fernzündgerät können die Feuer auf eine Entfernung bis zu 80 Metern entzündet werden. Beide Panzer operieren von einer Trasse, die die Brennflächen umgibt und auf einer Tiefe von zwei Metern von Munition beräumt ist. In den Spätwintern 2012 und 2013 wurden die Techniken im Naturschutzgebiet »Heidehof-Golmberg« bereits erfolgreich eingesetzt.
In der September-Sitzung des Ausschusses für Landwirtschaft und Umwelt, in dem das Projekt seit seiner Entstehungsphase intensiv begleitet wurde, haben die Projektverantwortlichen nun die Ergebnisse präsentiert. Bereits vor Maßnahmebeginn wurden die Probeflächen hinsichtlich der Vegetationsausstattung und des Tierarteninventars untersucht, um anschließend – auch unter Hinzuziehung ungebrannter Vergleichsflächen – den Effekt des Feuers auf das Ökosystem zu belegen. Die erfolgreiche Regeneration des Heidekrautes und die sehr schnelle Wiederbesiedlung der Flächen durch gefährdete und seltene Vögel, Insekten und Spinnen konnte mit Probeflächenerhebungen dokumentiert werden. So wurde festgehalten, dass bereits nach nur einer Woche die erneute Besiedelung mit Bodenorganismen und beispielsweise Insekten auf den »toten« Flächen begann. Auch die Vegetation und insbesondere die ja zu schützende Calluna-Heide regenerierten sich innerhalb kürzester Zeit und blühten üppiger als zuvor! Die auf den offenen Heidelandschaften weniger gewünschten Begleitvegetationen waren jedoch deutlich im Wachstum begrenzt – das Projektziel also erreicht.
Ferner wurde im Ausschuss anhand der Daten deutlich gemacht, dass die Kosten aufgrund eines ungefähr alle zehn Jahre durchzuführenden Rhythmus im Vergleich zu einer jährlichen Bewirtschaftung gering sind.
In den Augen des Ausschusses und auch von uns LINKEN ein Erfolg!
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