Neue Nachbarn
Jedes Jahr fliehen hunderttausende Menschen vor Krieg, Diskriminierung und Repressalien. Diese Flüchtlinge suchen Schutz und Zuflucht weltweit. Einige Länder haben einen für uns noch unvorstellbaren Flüchtlingszugang, weil es sich um Nachbarregionen von Krisenländern handelt. Europa steht bei der Aufnahme von Flüchtlingen an 3. Stelle hinter Asien und Afrika.
Flüchtlinge verlassen ihr Heimatland, weil ihr Leben, ihre Freiheit oder ihre Existenz bedroht werden und weil sie auf Schutz und Hilfe hoffen. Die deutsche Asylgesetzgebung macht das Bleiben für viele Menschen trotzdem nicht leicht. Derzeit endet etwa ein Drittel der gestellten Asylanträge mit einem (meist zeitlich begrenzten) Aufenthaltsrecht.
Das Land Brandenburg hat 3,1 % der nach Deutschland kommenden Flüchtlinge aufzunehmen. Für unseren Landkreis bedeutet das, von 10 000 Flüchtlingen, die Deutschland erreichen, kommen ca. 20 nach Teltow-Fläming.
Wie sieht es aus in Teltow-Fläming?
Augenblicklich leben rund 600 Asylbewerber in unserem Kreis. Bis zum Jahresende müssen wir nach den derzeitigen Hochrechnungen noch 470 weitere Flüchtlinge aufnehmen. Die Menschen, die bei uns Schutz suchen, kommen überwiegend aus Syrien, Afghanistan, Eritrea, Somalia und der Russischen Föderation. Der überwiegende Teil lebt in Gemeinschaftsunterkünften in Luckenwalde, Jüterbog, Ludwigsfelde und Großbeeren. Für Rangsdorf und Blankenfelde-Mahlow sind Standorte in Planung, mit anderen Gemeinden laufen erste Gespräche, weil wir den Platzbedarf derzeit noch nicht decken können.
So kritisch wie Gemeinschaftsunterkünfte gesehen werden, so sinnvoll sind sie auch. Sie bieten zunächst Schutz, Orientierung, aber auch Austausch und Unterstützung untereinander. Vom Sprachkurs bis zum Behördengang lässt sich hier vieles besser organisieren. Dass die Gemeinschaftseinrichtung keine Dauerlösung ist, versteht sich von selbst. Flüchtlinge, die ausziehen dürfen, suchen sich Wohnungen oder werden von den Sozialarbeitern in uns angebotene Wohnungen vermittelt. Hier gibt es durchaus bei den Flüchtlingen auch Ängste und Zurückhaltung, wenn die Wohnung in einer ganz anderen Gemeinde liegt und damit die gerade gewonnenen Ansprechpartner und Freunde vielleicht wieder etwas in die Ferne rücken.
Sowohl Unterstützungsbereitschaft für als auch die Vorbehalte in der Bevölkerung gegen Flüchtlingsunterkünfte haben in den letzten Monaten zugenommen.
Ängste und Abwehr sind oft am größten, wo es noch keine solche Einrichtung gibt. Das macht viele Gespräche und sachliche Information notwendig. Dazu kann jeder beitragen, auch am Gartenzaun. Am Beispiel von Großbeeren hat man gesehen, wie das Klima der Skepsis in eine große Hilfsbereitschaft umgeschlagen ist.
Unterstützung für die Flüchtlinge ist immer gefragt, allerdings werden Zeit und persönliche Zuwendung weit mehr gebraucht als Sachspenden. Die Begleitung zu einem Termin, der Spielnachmittag mit den Kindern, die Hausaufgabenhilfe, das sind die Punkte, wo es mangelt. An allen Wohnheimstandorten haben sich Netzwerke gebildet. Die Kontakte kann man bei Frau Witt, unserer Integrationsbeauftragten, oder in den Heimen selber erfahren. Bitte haben Sie etwas Geduld, wenn Ihr Hilfsangebot nicht gleich erwidert wird. Die Alltagsarbeit in den Einrichtungen ist vielfältig und fordernd und nicht immer schaffen es die Sozialarbeiter, sofort auf ein freundlich gemeintes Angebot zu reagieren. Unter www.ehrenamt-brandenburg.de besteht die Möglichkeit Kontakte zu suchen, aber auch Projekte anzubieten. Noch ist die Seite für Teltow-Fläming nicht so gut gefüllt wie es Angebote gibt. Schauen Sie immer mal nach oder tragen Sie selbst eine Projektidee ein.
Kontakt zur Fraktion:
Fraktion Die Linke-Die PARTEI-PDS
im Kreistag Teltow-Fläming
Rudolf-Breitscheid-Straße 19
14943 Luckenwalde
Telefon: (03371) 63 22 67
E-Mail an die Fraktion
