Abschiedsinterview mit Vize-Landrätin Kirsten Gurske (parteilos)
Kirsten Gurske (parteilos) war seit 2009 Vize-Landrätin von Teltow-Fläming, ein Jahr davon, nach Abwahl des damaligen Landrates Peer Giesecke (SPD), sogar amtierende Landrätin. Anfang 2026 geht sie in den Ruhestand. Mit ihr sprach zum Abschied Felix Thier.
Liebe Kirsten, mit Blick auf deine 16-jährige Amtszeit – gehst du fröhlich oder traurig?
Sowohl, als auch! Traurig, weil ich in 16 Jahren schon sehr mit dem Landkreis, den Kollegen und Freunden hier und auch den sozialen Aufgaben, die ich hier hatte, verwachsen bin. Das kann man nicht so leicht loslassen und viele Kontakte möchte ich auch weiter halten.
Und fröhlich, weil es insgesamt eine sehr schöne Zeit war, auf die ich auch gerne zurückblicken werde, aber auch weil ich mich auf die neuen Freiräume freue, die ich jetzt habe. Und weil ich glaube, dass wir einen sehr guten Nachfolger gefunden haben, der das Soziale im Landkreis hochhalten wird.
Was war ein besonders schöner Moment, was ein weniger schöner?
Da kann ich eigentlich nicht einzelne Momente herausstellen. Aber es waren immer sehr schöne Momente wenn ich gemerkt habe, dass wir gemeinsam Lösungen gefunden haben in einem immer komplizierteren Umfeld.
So zum Beispiel Lösungen für eine gute Verteilung Geflüchteter im Landkreis, für Augenmaß und Durchhaltevermögen bei den Coronamaßnahmen, für die Schaffung einer Jugendberufsagentur, für den Erhalt der Produktionsschule, für den Erhalt von vielen Beratungs- und Unterstützungsangeboten bei wieder schmaleren Haushaltskassen.
Die weniger schönen Momente waren, wenn vom Bund oder Land Reformen durch Änderungen in den Sozialsystemen angestoßen wurden, die leider nicht die Probleme lösten, sondern nur die Verwaltung zusätzlich belastet haben. Das hatten in der Konsequenz die umsetzenden Stellen im Landkreis dann abzufedern und trotzdem irgendwie die Systeme am Laufen zu halten.
Hinterlässt du offene Baustellen oder siehst du deine Arbeit soweit abgeschlossen?
Ich glaube die Aufgaben im Sozial-, Jugend- und Gesundheitsbereich werden insbesondere auf kommunaler Ebene nie abgeschlossen sein. Es sind Sisyphus-Aufgaben, die jeden Tag wieder neu aus grundsätzlichen Entscheidungen und Einzelfällen entstehen.
Man darf dabei nie übersehen, dass es die eigentliche Aufgabe ist, einzelnen Menschen in ihrer konkreten Lage zu helfen. Insofern gibt es immer offene Baustellen.
Aber ich glaube schon, dass ich meinem Nachfolger ein funktionierendes Dezernat übergebe und auch eine Arbeitsweise etabliert habe, die problemorientiert Lösungen sucht.
Wie behältst du Teltow-Fläming und uns Linke in Erinnerung?
Es ist schon eine enge Bindung, die sich in den 16 Jahren entwickelt hat. Die wird auch nicht vergehen. Hier geht man persönlicher miteinander um als im großen Berlin und damit auch menschlicher.
Es sind sehr viele schöne Erinnerungen und freundschaftliche Begleitung, die ich aus Teltow-Fläming und der Linken hier im Landkreis mitnehme.
Ich habe zum Abschluss eine sehr dickes Fotobuch geschenkt bekommen mit Schnappschüssen aus den insgesamt 17 Jahren. Das werde ich mir sicherlich oft ansehen und auch bestimmt sehr oft wieder nach TF kommen.
Und unsere Tür wird dann immer für dich offen stehen, liebe Kirsten. Danke für das Gespräch und dir alles Gute!
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