Anke Domscheit-Berg

Der Wahlkreis 60 umfasst in Teltow-Fläming die Stadt Jüterbog und die Gemeinde Niedergörsdorf.

Anke Domscheit-Berg

Biografie

Anke Domscheit-Berg wurde 1968 in Premnitz im Havelland geboren, wuchs in Müncheberg, Märkisch-Oderland, auf und lebt heute in Fürstenberg/Havel in einer ländlichen Region, als Brandenburgerin mit Leib und Seele. Ihre Biografie ist typisch für eine Ostdeutsche ihrer Generation. Während der Wende engagierte sich die damalige Kunststudentin in der DDR-Opposition und engagiert sich für einen „Dritten Weg". Nach der Wiedervereinigung suchte sie Arbeit im Westen, studierte dort erneut, diesmal Internationale Betriebswirtschaft, auch in England, bis es sie 1998 zurück in die Heimat zog. Nach 14 Jahren bei verschiedenen Beratungs- und IT-Unternehmen machte sich Anke Domscheit-Berg 2011 als Publizistin und Beraterin selbstständig. Sie veröffentlichte seither zwei Bücher und zahlreiche Artikel in verschiedenen Medien, u.a. als wöchentliche Kolumnistin bei der Frankfurter Rundschau und ist häufig Gast in Funk und Fernsehen, um als Expertin Fragen zu beantworten, rund um die digitale Gesellschaft, die Zukunft der Arbeit, Geschlechtergerechtigkeit oder Möglichkeiten der Demokratieverbesserung durch mehr Bürgerbeteiligung und eine transparentere Politik.

2016 gründete sie gemeinsam mit ihrem Mann, Transparenzaktivist Daniel Domscheit-Berg, ein Unternehmen, das den Breitbandausbau durch Kommunen nach schwedischem Vorbild unterstützt, denn beide glauben, dass eine so kritische Infrastruktur in öffentlicher Hand bleiben sollte. Ehrenamtlich engagiert sich Anke Domscheit-Berg seit fast 20 Jahren für mehr Gleichberechtigung und seit zehn Jahren für eine transparentere Politik mit mehr Bürgerbeteiligung. In einer Denkfabrik der Welthungerhilfe unterstützt sie die Suche nach digitalen Lösungen, die überall auf der Welt einsetzbar sind, um Not zu lindern und die Lebenssituation von Menschen zu verbessern.

Das Innovationslabor in ihrem Haus stellt sie Bildungsprojekten für digitale Bildung zur Verfügung, z.B. für 3D-Druck-Kurse in Projektwochen. Ihr Haus öffnete das Ehepaar auch für Geflüchtete: mehr als ein Jahr waren dort insgesamt etwa 40 Flüchtlinge als Gäste untergekommen. Anke Domscheit-Berg ist nach wie vor aktives Mitglied der lokalen Willkommensinitiative, unterstützt Geflüchtete beim Bewältigen der Bürokratie, Arztbesuchen, Familienzusammenführungen oder Organisation und Verteilung von Sachspenden. Für ihren Heimatort ist die Zuwanderung ein Gewinn, denn zum ersten Mal seit vielen Jahren ist die Bevölkerungszahl nicht weiter gesunken. Sogar über die Wiedereröffnung einer weiterführenden Schule wird jetzt diskutiert. Anke Domscheit-Berg ist daher von den Chancen für die Region überzeugt, die eine gute Integration ermöglicht.

In ihrer Freizeit strickt sie gern, zieht Gemüse im eigenen Garten und fährt gern mit dem Fahrrad durch Brandenburg. In diesem Sommer fuhr sie auch durch den Südwesten Teltow-Flämings, genoss die Skaterwege in schöner Umgebung und besuchte Initiativen, Sehenswürdigkeiten und Museen, wie z. B. das Webhaus in Kloster Zinna.

Weiterführende Informationen über die Kandidatin finden sich auf ihrer Homepage www.ankedomscheitberg.de. Ihre Aktivitäten kann man auch auf Facebook (@AnkeDomscheitBerg), Twitter (@anked) oder Instagram (@adomscheitberg) verfolgen.

Heute die Weichen stellen – für eine Zukunft, die sozial und gerecht ist. Für alle!

Anke Domscheit-Berg

Wir leben in einer besonderen Zeit, die als Industrielle oder Digitale Revolution beschrieben wird. Der Begriff „Revolution" ist kein bisschen übertrieben, denn alles wird sich verändern. Zwei Drittel der heutigen Grundschüler werden in Berufen arbeiten, die wir noch nicht kennen. Die Veränderungen werden schnell passieren, weshalb wir zügig die Weichen dafür stellen müssen, dass die großartigen Potenziale der Digitalisierung dem Gemeinwohl dienen. Wenn sich Arbeitsplätze durch Automatisierung verändern oder wegfallen, brauchen wir ein Recht auf lebenslange Weiterbildung aber auch ganz neue Wege, um den durch Roboter und Software geschaffenen Reichtum umzuverteilen.

Künftig wird ein großer Teil der Wertschöpfung vermutlich nicht mehr über Löhne verteilt werden. Es wird aber auch bei weniger Arbeit mehr Reichtum als heute geben. Wir haben die Chance auf mehr freie Lebenszeit bei gleichzeitig mehr Wohlstand – aber nur, wenn wir kluge politische Rahmenbedingungen schaffen.

Die größte Herausforderung wird dabei die Umverteilung von Reichtum zum Wohle aller sein. Aber nur so lässt sich die Würde des Menschen auch in einer Gesellschaft wahren, in der es nicht mehr für jeden eine bezahlte Vollzeiterwerbstätigkeit gibt. Langfristig muss man auch über soziale Revolutionen wie das Bedingungslose Grundeinkommen ohne Scheuklappen reden und wie in Finnland auch in Deutschland Erfahrungen damit in einem Pilotprojekt sammeln. Den Kopf in den Sand zu stecken und vor der „Arbeit 4.0" die Augen zu verschließen, hilft niemandem.

Ich sehe die guten Potenziale der digitalen Revolution und will dafür kämpfen, dass wir alle etwas davon haben. Kurzfristig brauchen wir eine Kindergrundsicherung und eine Mindestrente, denn niemand sollte in einem reichen Land arm sein müssen, aber ganz besonders keine Kinder und älteren Menschen. Höhere Vermögens- und Unternehmenssteuern sollten in die Zukunft investiert werden. Dazu gehört eine flächendeckende Glasfaserinfrastruktur, denn nur Glasfaser taugt als Lebensader der digitalen Gesellschaft. Nicht nur Unternehmen, auch Bauernhöfe, Schulen oder Behörden brauchen schnelles Internet, um gut zu funktionieren. Für viele Menschen bedeutet ein schnelles Internet mehr Lebensqualität in der Freizeit oder mehr Freizeit, weil es oft die Voraussetzung dafür ist, auch einmal zuhause zu arbeiten und weniger pendeln zu müssen. Im Alter kann man länger in den eigenen vier Wänden leben, weil medizinische Dienste jederzeit erreichbar sind. Auch autonome Fahrzeuge wird es nur mit schnellem Internet geben. Im öffentlichen Nahverkehr können diese Fahrzeuge gerade auf dem Land günstige Verbindungen von Tür zu Tür bieten - ohne Haltestellen und Fahrpläne, rund um die Uhr, einfach nach Bedarf, auch als Zubringer-Minibus zu einem der nächsten Bahnhöfe z.B. in Jüterbog, Altes Lager oder Niedergörsdorf. Auch in den dünner besiedelten Gegenden von Teltow-Fläming könnten Menschen so wieder mobiler werden, ohne auf ein eigenes Auto angewiesen zu sein. Ich weiß aus eigener Erfahrung, welche große Rolle Mobilität für die Lebensqualität auf dem Land spielt. Ich habe selbst kein Auto und fahre viel Bahn, gute Anschlüsse zum Bahnhof und ein vernünftiger Takt machen den entscheidenden Unterschied.  

Computer und ein Breitbandanschluss müssen zum Existenzminimum gehören und die Glasfaserinfrastruktur sollte wie jede andere kritische Infrastruktur (Strom- oder Wasserversorgung) in öffentlicher Hand sein, am besten in kommunaler Verwaltung, denn sie ist ein natürliches Monopol, das jeder Haushalt braucht, aber eben nur einmal. Dem freien Markt mit einseitigen wirtschaftlichen Interessen sollte man Netze der Daseinsvorsorge nicht überlassen. In Schweden besitzen Zweidrittel aller Kommunen ihr eigenes Glasfasernetz, eine Investition, die sich dort auch für die Kommunen lohnt, denn so bleibt die Netzrendite im Ort und dient dem Gemeinwohl.

Vor der Zukunft braucht man keine Angst zu haben, auch wenn sich viel verändert. Es gilt nur rechtzeitig die richtigen politischen Entscheidungen zu treffen, damit nicht die Interessen großer Konzerne überwiegen und den sozialen Frieden gefährden. Das Schöne an der Demokratie ist, dass wir die Macht haben, das zu verhindern und die Zukunft zum Wohle aller zu gestalten. 

Anke Domscheit-Berg