Zinnaer Straße 36
14943 Luckenwalde
Tel. 03371 / 40 65 44
Fax 03371 / 40 65 44
Geboren 1961 in Luckenwalde
verheiratet, 2 Kinder
Agraringenieurin, Mitglied des Landtages Brandenburg
Kornelia Wehlan absolvierte von 1977-1979 eine Ausbildung zur Agrotechnikerin/ Mechanisatorin und begann anschließend bis 1982 Pflanzenproduktion an der Fachhochschule -AIS- Cottbus zu studieren. Von 1982-1986 arbeitete sie dann in der LPG Hennickendorf und besuchte danach bis 1987 die Bezirksparteischule Potsdam. 1987 bis zur Wende war sie in der SED-Kreisleitung Luckenwalde beschäftigt. Seit 1990 ist sie Mitglied der SVV Luckenwalde und gehört seit dieser Zeit auch dem Kreisvorstand unserer Partei an. In den Jahren '92-'94 war sie Mitarbeiterin eines Bildungsvereins und wechselte anschließend als Mitarbeiterin in das Wahlkreisbüro von MdL Heinz Vietze. 1994 wurde sie Mitglied des Aufsichtsrates der Städtischen Betriebswerke GmbH Luckenwalde und gehört seit 1999 dem Kreistag Teltow-Fläming an. Ebenfalls in diesem Jahr zog sie in den Brandenburger Landtag ein und repräsentiert dort den Wahlkreis 24, seit 2004 sogar mit einem Direktmandat. In der Landtagsfraktion DIE LINKE. ist sie die Sprecherin für Agrarpolitik und ländliche Entwicklung.
Konni Wehlan im Gespräch mit der Redaktion
Konni, Du kandidierst das dritte Mal für den Landtag, dafür gibt es sicher einen Grund?
Es gibt nicht nur einen, sondern viele Gründe. Der erste Grund ist natürlich die Verteidigung des ersten Direktwahlmandates für DIE LINKE in Teltow-Fläming. Zweitens ist es mein Fachbereich, für den ich stehe – die Agrarpolitik und der ländliche Raum. Und drittens macht mir die Arbeit im Landtag und im Wahlkreis immer noch Spaß und Freude. Es gibt nichts Schöneres, als sich für und mit Menschen zu engagieren. Dabei
schaue ich auf eine erfolgreiche Wahlperiode zurück. Und den Vertrauenszuwachs mit den Kommunalwahlen will ich unbedingt rechtfertigen. Dafür scheue ich keine Arbeit.
Du hast von einer erfolgreichen Legislaturperiode gesprochen. Kannst Du das auch belegen?
Mit den Erfolgen ist das so eine Sache, denn die haben, wie Ihr wisst, viele Väter. In vielen Bereichen ist aber für die Menschen sichtbar geworden, dass die Hauptthemen unserer Partei – Arbeit – Bildung – Soziale Gerechtigkeit – nicht nur Wahlkampfthemen für uns sind, sondern Ziel unserer täglichen Arbeit. Natürlich erfüllt es mich mit Freude, dass der ländliche Schulstandort Dahme auch für das nächste Schuljahr erhalten bleiben konnte. Das war mein ständiges Mühen und Wirken im Kreistag und im Landtag. Oder als es um die Fördermittel für den Erlebnishof in Werder ging, das trägt auch meine Handschrift. Mit der „Forstreform“ gab es auch in meinem Fachbereich viel zu tun. Ohne Aufgabenkritik und Beschreibung der zukünftigen Geschäftsfelder werden 1.000 Arbeitsplätze abgebaut und 36 Millionen Euro an Zuschüssen gekürzt. Einstellungskorridor und Gemeinwohlleistungen im Forstbereich werden zu Fremdwörtern und das, obwohl die Landesregierung selbst Holzund Forstwirtschaft in Brandenburg als Kompetenzfeld benennt, was eigentlich besondere Förderungen beinhaltet. Was bleibt ist die Aushöhlung der Schutz-, Nutz- und Erholungsfunktionen, die eigentlich im Landeswaldgesetz festgeschrieben sind.
Welche dringenden Aufgaben stehen vor der Linkspartei in Zeiten einer globalen Wirtschaftskrise?
Wir sehen unsere Hauptaufgabe darin, Armut zu verhindern und bestehende Armut abzubauen. Armut, besonders für Kinder, ist, wie der aktuelle Sozialbericht zeigt, längst in Teltow-Fläming angekommen. Wir haben in TF ca. 3.000 Kurzarbeiter. Die Auswirkungen werden nach Prognosen der Wirtschaftsinstitute spätestens im 2. Halbjahr spürbar. Wir müssen dann natürlich Ansprechpartner sein, aber auch deutlich sagen, wie wir uns Veränderungen vorstellen. Dazu haben wir mit dem Entwurf des Landtagswahlprogramms erste Schritte für eine neue Politik benannt. Und wir sind in unseren Schwerpunkten erkennbar – auch zukünftig; Arbeit, von der man leben kann, Armut verhindern und Bildung für alle, von Anfang an. Was den Wahlkreis betrifft, so steht die Fertigstellung der B 101 obenan. Aber auch, dass der ländliche Raum nicht weiter durch Landesentscheidungen abgehängt wird wie bei der Streichung der Grund- und Kleinzentren. Davon sind ja auch unsere Landstädte Baruth, Dahme und Trebbin betroffen, die sehr wohl Umlandfunktionen wahrnehmen.
Du bist neben Deiner Arbeit als Landtagsabgeordnete eine erfolgreiche Kommunalpolitikerin. Besteht darin nicht ein Widerspruch?
Ganz im Gegenteil. Gerade in unserem Selbstverständnis der LINKEN ist die Kommunalpolitik die Wurzel für unser Tätig-Werden. Hier sind wir nah bei den Problemen der Menschen, kommen mit ihnen ins Gespräch, nehmen ihre Anregungen und ihre Sorgen auf. Ich kann darauf in meiner Landtagsarbeit nicht verzichten und es gibt mir auch die Gelegenheit, selbst zu spüren, wie Landes- und Bundesentscheidungen hier vor Ort wirken. Z. B. wenn der durch das Land verfügte Personalschlüssel bei Kitas nicht ausreicht oder die Mitfinanzierung des Bundes bei den Kosten der Unterkunft für Hartz-IV-Empfänger zu gering ist und der Kreis – trotz hoher Verschuldung – wieder einspringen muss und zusätzliche Ausgaben hat. Das aktuell diskutierte Thema in meinem Fachbereich – die Agrardieselbesteuerung – wurde beispielsweise 2005 am Tisch des Bundesfinanzministers mit den ostdeutschen Ministerpräsidenten gegen die großen Agrarstrukturen bzw. -betriebe geregelt. Heute tun SPD und CDU so, als ob sie davon nichts mehr wüssten. Im Landtag nutze ich die Möglichkeit, solche Art Probleme öffentlich zu machen und Antworten der Landesregierung abzuverlangen. Dazu habe ich bisher 119 mündliche und 40 kleine Anfragen gestellt und für die Fraktion 39 Debatten im Landtag geführt.
Bei Deinem Arbeitspensum erübrigt sich ja fast die Frage nach Deiner Freizeitbeschäftigung.
Da sind bei mir noch viele Wünsche offen. Wichtig aber ist für mich die Familie, besonders unsere Kinder und mein Mann. Auch mit meinen Geschwistern, den Kindern und Enkelkindern meiner Schwester und mit meiner Mutter möchte ich so viel Zeit wie möglich verbringen. Das liegt mir sehr am Herzen. Hier hole ich mir die Kraft für meine Arbeit.