16. Oktober 2017

Für ein selbstbestimmtes Leben im Alter

Diana Bader

Wir werden alle immer älter. Und das ist auch gut so. Früher wurde das Alter immer mit Hilfsbedürftigkeit gleichgesetzt. Aber Menschen werden heutzutage nicht nur älter, sie bleiben auch länger fit. Die Generationen der über 65-Jährigen sind sehr heterogen. Das kommt in den neuen Leitlinien der Landesregierung zur Seniorenpolitik gut zum Ausdruck. Es führt zu neuen Herausforderungen und unterschiedlichen Ansprüchen. Hier hat es sich ausgezahlt, dass die Seniorinnen und Senioren in den Erarbeitungsprozess eingebunden waren. Sie konnten ihre Forderungen und Wünsche für eine weitere Verbesserung der Lebensbedingungen der älteren Menschen im Land einbringen. Ein Beispiel ist das Fehlen von bezahlbarem und auch altersgerechtem Wohnraum sowohl in den Städten als auch in der ländlichen Region.

Die von der Landesregierung vorgelegten Leitlinien beschreiben die Ausgangslage und die Herausforderungen an eine zeitgemäße Seniorenpolitik. Die Konzentration auf fünf Leitlinien ist konsequent. Das Maßnahmepaket mit knapp 40 Einzelmaßnahmen zeigt die Gesamtverantwortung der Landesregierung auf, auch wenn das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie (MASGF) das federführende Ressort ist.

Aber auch die Bundespolitik trägt Verantwortung für die Situation der Rentnerinnen und Rentner, die sich laut Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes zu einer besonderen Risikogruppe der Armut entwickeln. Lag die Armutsquote von Rentnerinnen und Rentnern vor zehn Jahren noch weit unterhalb der durchschnittlichen Armutsquote, liegt sie nun seit zwei Jahren bereits darüber. Wenn die Seniorenpolitik unseres Landes darauf abzielt, den Seniorinnen und Senioren ein selbstbestimmtes und eigenständiges Leben zu ermöglichen und ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu fördern, dann ist erste Voraussetzung eine Rente, die zum Leben reicht.

Die seniorenpolitischen Leitlinien und dem vorgelegten Maßnahmepaket sollen die Lebensbedingungen der älteren Menschen im Land weiter verbessert werden. Bewährte Maßnahmen wie das Seniorenticket im Tarifbereich des VBB und die Brandenburger Seniorenwoche werden fortgeführt, neue Maßnahmen wie ein Projekt zur Vernetzung und Informationsweitergabe für Seniorenbeiräte oder ein vielfältiges Spektrum von Weiterbildungsangeboten wurden aufgenommen. 

Diana Bader, seniorenpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Landtag Brandenburg

Bericht der Landesregierung

Videomitschnitt aus der Landtagsdebatte