19. April 2018

Weidetierprämie jetzt auf den Weg bringen

Zur heutigen Einbringung des gemeinsamen Antrags der Fraktionen DIE LINKE und Bündnis 90/GRÜNE "Weidetierprämie für Schafe und Ziegen jetzt auf den Weg bringen" ins Plenum des Deutschen Bundestags erklären Kirsten Tackmann, Sprecherin für Agrarpolitik der Fraktion die LINKE und Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik der Fraktion Bündnis 90/GRÜNE:

Die Bundesregierung muss jetzt ihre Möglichkeit zur Einführung von gekoppelten Zahlungen für Halterinnen und Halter von Schafen und Ziegen nutzen und dies der Europäischen Kommission bis zum 1. August 2018 mitteilen. Somit könnte ab Anfang 2019 eine Weidetierprämie eingeführt werden.

Die Arbeit der Schäferinnen und Schäfer ist zentral für den Natur-, Arten-, Hochwasser- und Klimaschutz sowie zum Schutz der biologischen Vielfalt. Sie versorgen uns mit hochwertigen natürlichen Produkten. Gleichzeitig ist die Weidetierhaltung die in der Gesellschaft anerkannteste Nutztierhaltung. Trotzdem sinkt die Zahl der schafhaltenden Betriebe und besonders der Wanderschäferinnen und -schäfer durch deren prekäre Einkommenssituation dramatisch.

"Oft genug erhalten die Schäferinnen und Schäfer keine Flächenprämie, weil sie entweder über keine eigenen Flächen verfügen oder aber auf nicht beihilfefähigen Flächen wie Truppenübungsplätzen Landschaftspflege betreiben. Um die gesellschaftlich wichtige Schafhaltung einigermaßen tragfähig zu gestalten, muss es eine gekoppelte Stützung geben. Die schafhaltenden Betriebe brauchen uns, und sie brauchen uns jetzt", so Dr. Kirsten Tackmann.

"Wir können und wollen auf die Schafhaltung in Deutschland nicht verzichten. Sie ist nicht nur ein kulturelles Erbe sondern unverzichtbar für die Landschaftspflege und den Naturschutz. Die Bundesregierung verschließt die Augen vor diesem dramatischen kulturellen, ökologischen und wirtschaftlichen Verlust. Bundesministerin Julia Klöckner hat die Möglichkeiten dies zu ändern! Sie muss diese Möglichkeiten jetzt auch nutzen", so Friedrich Ostendorff.