26. August 2017

Zuckertütenfest zum 15. Mal begangen

Große Spannung am Tuch vor dem lüften ...

und dann gab es kein Halten mehr!

Ein Dankeschön an die HelferInnen!

Auch die nunmehr 15. Auflage des Zuckertütenfestes war eine schöne Aktion für die ErstklässlerInnen der Region.

Unser Regionalverband Teltow-Fläming Süd richtet traditionell am Wochenende vor der Einschulung das Zuckertütenfest im Jüterboger Schlosspark aus. Und in all den Jahren hat es sich herumgesprochen, dass man an diesem Tag neben Schminken, Kuchen, Brause und Basteln auch als angehender Erstklässler eine Zuckertüte bekommt. Und so war der am weitesten gereiste junge Besucher auf dem diesjährigen Zuckertütenfest aus Wien!

Die Zuckertüten fanden alle einen Abnehmer, nachdem das große Tuch von den Kindern gelüftet wurde.

Danke an alle HelferInnen und SponsorInnen!

Text und Fotos: Felix Thier


Die große Zuckertüten-Enthüllung

Versteckt unter einem bunten Tuch, wurden die Zuckertüten in einer kleinen Zeremonie enthüllt. Dann duften sich alle Abc-Schützen eine Tüte nehmen. Auch ein Unterhaltungsprogramm gab es. Die Kinder konnten sich schminken oder tätowieren lassen, auf der Hüpfburg herumtoben, aus Luftballons lustige Figuren kreieren oder am Bastelstand Utensilien-Becher und andere nützliche Dinge aus Recycling-Materialien bauen.

Unser traditionelles Zuckertütenfest stand in diesem Jahr unter einem besonderen Stern. Ungewollt fand das Fest parallel zum großen Schloßparkfest statt. Das Aufeinandertreffen der intimen Familienveranstaltung mit dem dreitägigen Groß-Event ist nicht freiwillig geschehen.

Seit mehr als 15 Jahren findet am Samstag vor der Einschulung „unser“ Zuckertütenfest statt. Es soll das Warten auf die Schule etwas verkürzen und den Kindern zeigen, was mit wenig Mitteln und Aufwand an Spaß „produziert“ werden kann.

Wie in jedem Jahr hatte ich schon Ende 2016 das Fest angemeldet –es ist Bestandteil des städtischen Kalenders - und im Februar erhielten wir die emissionsrechtliche Genehmigung von der Verwaltung, die all die Jahre als Veranstaltungsgenehmigung galt. Anders in diesem Jahr, meinte der Bürgermeister.

Stefan Krähe, der Veranstalter des Schloßparkfestes, hatte die Anmeldung versäumt und auch den Termin seiner Veranstaltung um eine Woche verschoben – genau auf den Tag und den Ort des Zuckertütenfestes. Während unser Fest schon genehmigt war, hatte das opulente Schloßparkfest deshalb keinen Anspruch mehr auf den Veranstaltungsort. Die Rechtslage war eindeutig.

Wir haben viele Jahre lang gemeinsam das JüteRock-Festival ausgerichtet, das aber war nicht mein Problem. Der Charakter unseres Festes sollte erhalten bleiben und ich wollte eigentlich nicht, dass die Kinder vor Bierbuden ihre Zuckertüten in Empfang nehmen. Außerdem ist unser Fest immer ohne Zäune zum Herein schlendern gewesen.

Ich hatte tatsächlich schlaflose Nächte, weil wir plötzlich so unter Druck gesetzt wurden, dass es schon an die Substanz ging. Aber ich bin als Jüterboger Stadtverordnete daran interessiert, dass der Stadt kein Schaden zugefügt wird, nur weil es einen Fehler gab. Deshalb habe ich mich –übrigens auf dem Spielplatz im Schloßpark - mit Stefan Krähe geeinigt.

Das Fest war trotz der Widrigkeiten schön – aber anders. Unsere Idee ist es, den Kindern ohne Kommerz etwas bieten zu können. Das war in diesem Rahmen nicht möglich, da es rundherum Stände gab, an denen bezahlt werden musste. Auch die musikalische Unterhaltung konnte man schlecht von der auf der Hauptbühne trennen. Die „Seele“ des Festes war gestört und im nächsten Jahr wird das nicht wieder passieren.

Maritta Böttcher, Jüterbog