10. März 2015

Frauentag international

Der Landesvorstand unserer Partei hatte am 7. und 8. März zur Internationalen Frauentagsfeier nach Königs Wusterhausen eingeladen. Aus unserem Kreisverband haben Christa Schubert und ich teilgenommen. Die Veranstaltung fand in einer Ferienanlage statt und war durch die Genossinnen und Genossen der Basisorganisation in Königs Wusterhausen liebevoll unterstützt worden, u. a. mit einem Kuchenbüfett.

An der Veranstaltung nahm eine große Delegation aus Tschechien teil. Sozialministerin Diana Golze und Abgeordnete vom Landtag und Bundestag sowie eine tschechische Vertreterin vom EU-Parlament waren auch anwesend. Nach den Begrüßungsworten haben Genossinnen der AG Frauen vom Landesvorstand einen interessanten Diavortrag über die Entwicklung des Frauenwahlrechts gehalten, bei dem wir u. a. erfuhren, dass es in der Schweiz ein solches erst seit 1971 gibt.

Bewegend war für mich, dass die tschechischen Genossinnen individuell für jede von uns ein persönliches Geschenk übergaben. Es war eine sehr herzliche Begegnung. Gespräche waren durch die fehlenden Sprachkenntnisse schwierig. Die tschechische Dolmetscherin hatte daher viel zu tun. Am Abend gab es ein gemütliches Beisammensein mit einer tschechischen Band. Dabei wurde fleißig das Tanzbein geschwungen. Christa und ich bewohnten mit einer Genossin aus Frankfurt/Oder einen Bungalow. Wir drei haben uns gut verstanden und uns noch lange unterhalten.

Am nächsten Morgen gab es eine Fahrt zur Schleusenbrücke in Königs Wusterhausen. Dort haben wir einiges über die Wasserstraßen in der Stadt erfahren. Anschließend fuhren wir nach Ziegenhals zum Gedenkstein für die letzte Zusammenkunft kommunistischer Funktionäre im Februar 1933, an der Ernst Thälmann teilgenommen hatte. Jede von uns legte dort die rote Nelke nieder, die wir am Tag zuvor geschenkt bekommen hatten.

Es berührte mich sehr, als der Sohn des ermordeten Widerstandskämpfers Albert Kunz über die Zusammenarbeit der tschechischen und deutschen Genossen im Widerstandskampf berichtete. Die tschechischen Genossen hatten auch gegen den Abriss der Gedenkstätte tausende Unterschriften an den Förderverein übergeben. Leider erfolglos – wie wir wissen. Ich war deshalb so berührt, weil mein Vater auch im Jahre 1933 im Grenzgebiet mit den tschechischen Genossen zusammengearbeitet hat. Meine Familie hat später noch Kontakte dorthin unterhalten.

Der Vorsitzende des Kreisverbandes Dahme-Spreewald Gen. Stefan Ludwig, erklärte uns, dass DIE LINKE neben der Fläche, auf der der Gedenkstein steht, noch ein Stück Land als Eigentum erworben hat, das noch als Gedenkort hergerichtet werden soll. Diese Veranstaltung zeigte mir erneut, wie wichtig solche internationalen Begegnungen sind, da wir die Probleme in anderen Ländern kennenlernen und wir uns in unserem Kampf für eine bessere Welt unterstützen können.

Es war eine gelungene Mischung aus ernsten und fröhlichen Begegnungen. Vielen Dank den Verantwortlichen und den vielen fleißigen Helferinnen und Helfern dafür.

Annelore Müller, Stadtverband Luckenwalde