28. Januar 2017

Gute Bildung geht uns alle an - LINKE Teltow-Fläming diskutierte

Unsere diesjährige Gesamtmitgliederversammlung hatte sich thematisch die Bildungspolitik in unserem Land vorgenommen. Dazu hatte der Kreisvorstand mit Kathrin Dannenberg, Mitglied des Landtages und bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, eine kompetente Gesprächspartnerin am 28. Januar ins Kreishaus eingeladen.

Wie groß das Interesse an diesem Thema ist, zeigte nicht nur die hohe Teilnehmerzahl mit 88 Mitgliedern und Gästen sondern auch die sehr intensive Diskussion mit vielen Wortmeldungen.

Eine sehr gute und auch informative Grundlage dafür waren die Ausführungen von Kathrin Dannenberg zu Beginn unserer Veranstaltung. Deutlich wurde dabei, dass die Problematik Lernen sehr vielschichtig ist und viele gesellschaftliche Bereiche berührt.

Die jetzige rot-rote Landesregierung stellt sich diesen Aufgaben, insbesondere der Bereitstellung des erforderlichen pädagogischen Personals. Doch was im Zeitraum von 2001 bis 2008 unter SPD/CDU im Land versäumt wurde, lässt sich nicht in kurzer Zeit wieder korrigieren.

Damals wurden in der ganzen Zeit von 2001-2008 knapp 1.300 Lehrerinnen und Lehrer neu eingestellt, so Dannenberg. Man ruhte sich auf dem Lehrerüberhang aus. Seit 2009 gab es unter Rot-Rot über 6.000 Einstellungen
, allein zwischen den Schuljahren 2015/16 und 2018/19 ein Plus von 16.900 auf 18.700 Lehrkräfte.

Die Universität Potsdam bietet für das Lehramt 660 Studienplätze, diese werden zu etwa 40 Prozent von Brandenburgerinnen und Brandenburgern belegt. Als Absolventen, also mit einem Abschluss, verlassen etwa 450 Leute die Universität. Davon bleiben im Jahr etwa 200 im Land Brandenburg - benötigt werden aber etwa 1.000 Lehrer pro Jahr. Die immer mal wieder geforderten Erhöhungen der Kapazitäten im Studiengang bringt aber unter Berücksichtigung der Dauer des Lehramtsstudiums erst für das Jahr 2026/ 2027 ein Lehrerplus - wo es nicht mehr benötigt wird! Der heutige Mangel beruht also auf den bildungspolitischen Versäumnissen der Jahre 2008/ 2009.

Die Schülerzahlen sind um 4% gestiegen, die Personalstellen um 7,7%. Trotz qualifizierter Studienberatung studieren die jungen Leute als angehende Lehrkräfte nicht 
unbedingt Mangelfächer. Es gibt eben eine freie Studienwahl. "Master of Education" (Lehramt) und "Master of Science" (reine Wissenschaft) 
ist als gemeinsames Studium für viele Studierende schwierig. Es gibt eine hohe Abbrecherquote und schlechtere Ergebnisse - daher auch geringere Chancen für die Zulassung zum Vorbereitungsdienst.

Die Bezahlung der Lehrkräfte, die Qualifizierung s.g. Seiteneinsteiger, keiner will aufs Land oder die Stichtagsregelung bei der Einschulung erschweren zusätzlich die Bildungsarbeit.

In der sehr sachlich geführten Aussprache wurden als Probleme deutlich:

  • befristete Arbeitsverträge statt unbefristete;
  • Stundenvertretung auf Kosten des Förderunterrichts;
  • Zusammenlegung von Naturwissenschaften in der Grundschule;
  • geringere Bezahlung;
  • keine Anreize im ländlichen Raum zu unterrichten;
  • Berlin und die alten Bundesländer sind lukrativer;
  • zu lange Lehrerausbildung;
  • Förderbedarf viel größer, da zunehmende Anzahl von Schülern mit Verhaltensauffälligkeiten, bis zur intensiveren Gewalt;
  • ungeeignete Seiteneinsteiger: „Ich hasse Schüler!“.

Eigentlich hätten wir aus der zweieinhalbstündigen Versammlung eine Ganztagsveranstaltung machen können, so einige Anwesende. Doch Kathrin Dannenberg versprach die Anregungen und Hinweise mitzunehmen und auch im Fachausschuss des Landtages anzusprechen.

Ein besonderer Höhepunkt der Versammlung war die Begrüßung von Neumitgliedern, die unser Kreisvorsitzender recht herzlich in unserem Kreisverband willkommen hieß. Es gibt seit November 2016 neun Neueintritte. Und was besonders bemerkenswert ist, ist ein sehr großer Anteil von jungen Leuten. Alle Neumitglieder werden wir intensiv in die gemeinsame politische Arbeit einbeziehen. Ein erster Höhepunkt ist der Neumitgliedertreff zum 4. FrühLINKSempfang am 7. April.

Manfred Thier, Kreisgeschäftsfüher

Volles Haus bei der LINKEN
Kathrin Dannenberg ist bildungspolitische Sprecherin der LINKEN im Landtag
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